13. August 2022

12 Mit welchen Dauerfolgen muss ich rechnen?

Der vollständige Riss der Bandverbindung zwischen Kahnbein und Mondbein („SL-Band“) hat eine Fehlstellung der Handwurzel unterschiedlichen Grades zur Folge. Je nach Ausprägung der Fehlstellung resultiert eine Fehlbelastung des Gelenksknorpels, dr zur Entwicklung einer Handgelenksarthrose führt.

Auch eine erfolgreiche Operation kann dies nicht vollständig verhindern. Auflange Sicht muss daher mit einer Arthroseentwicklung gerechnet werden.

Die Verletzung betrifft häufig jüngere Menschen. Die Unfallfolgen sind bei der Lebensplanung und Berufswahl zu berücksichtigen.

10 Wie ist die Nachbehandlung?

Nach 2 Wochen werden die Fäden gezogen.

Die Handwurzelknochen sind mit Metallstiften fixiert. Bis zur Entfernung der Stifte nach 8 Wochen bleibt das Handgelenk geschient und darf nicht bewegt werden – die Stifte könnten in der Handwurzel brechen. Die Stifte werden dann in örtlicher Betäubung wieder entfernt.

Nach dem Entfernen der Stifte wird die Mobilisierung begonnen. Bis zum Abschluss der Rehabilitation vergehen 3-6 Monate.

09 Welche Komplikationen können vorkommen?

Wundheilungsstörungen oder Infektionen sind bei Operationen am Handgelenk sehr selten.

Heilt das genähte Band nicht, kann es im weiteren Verlauf zu einem erneuten Auseinanderweichen der Handwurzelknochen kommen.

Auch kann es zu einer Bewegungseinschränkung des Handgelenks als Folge der Operation kommen.

08 Was muss ich am Tag der Operation beachten?

Die Hand ist verbunden und geschient. Sie sollte nicht längere Zeit herunterhängen. Daumen und Finger können bewegt werden.

Tritt eine Enge auf im Verband oder übermäßige Schmerzen, kontaktieren Sie Ihren Operateur!

07 Gibt es Gründe gegen eine Operation?

Auch mit einer technischen einwandfreien Operation kann die ursprüngliche Festigkeit des scapho-lunären Bands nicht wieder vollständig hergestellt werden.

Oft heilen die genähten Bänder nicht vollständig zusammen und die Fehlstellung der Handwurzelknochen ist nicht vollständig beseitigt.

Auch kommt es operationsbedingt regelhaft zu einer Bewegungseinschränkung des Handgelenks.

06 Was kann passieren, wenn nicht operiert wird?

Eine erhebliche Instabilität hat Schmerzen bei Belastung zur Folge.

Ganz allmählich, im Lauf von Jahren, führt die Fehlstellung der Handwurzelknochen zum Knorpelabrieb und damit zur Arthrose.

05 Wann soll operiert werden und wie dringlich ist der Eingriff?

Die Behandlungsergebnisse nach einer direkten Naht und nach einem später durchgeführten Bandersatz sind durchaus vergleichbar.

Ein Bandersatz kann auch zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Eine eindeutige Dringlichkeit zu einer frühzeitigen Operation ist daher nicht vorhanden.

Allerdings sollte man nicht mehrere Monate oder Jahre abwarten. Hat sich bereits eine Arthrose entwickelt, ist ein Bandersatz nicht mehr sinnvoll und verhindert nicht das Fortschreiten der Arthrose.

04 Welches Operationsverfahren ist das Richtige?

Es hängt wesentlich vom Zeitinterwall zwischen Verletzung und Diagnosestellung ab. Das so genannte scapho-lunäre Band („SL-Band“) zwischen Kahnbein und Mondbein reisst meist am Knochen ab. Bei einem frischen Riss des SL-Bands kann es am Knochen wieder fixiert werden. Liegt die Verletzung länger als wenige Wochen zurück, kann eine direkte Naht nicht mehr erfolgversprechend durchgeführt werden. Das Band wird dann durch Sehnenmaterial ersetzt.

Für die Heilung sowohl nach einer Naht als auch nach einem Bandersatz ist es notwendig, das Handgelenk für 8 Wochen mit Stiften zu fixieren.

03 Kann man konservativ, ohne Operation behandeln?

Ist das Band zwischen Kahnbein und Mondbein („SL-Band“) gerissen, können die Enden „von selbst“ nicht mehr zusammenwachsen, auch nicht, wenn das Handgelenk immobilisiert wird.

 Allerdings muss das Band nicht immer zwingend genäht werden – Nutzen und Risiken sind abzuwägen.

Fragen Sie Ihren Arzt!