28. Juni 2022

Fehlstellung nach Radiusfraktur

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Operative Radiuskorrektur   Ellenverkürzung

Bei einem handgelenksnahen Speichenbruch kann es zu einer erheblichen Verschiebung der Bruchenden kommen. Häufigste Fehlstellung ist die zur Streckseite hin gerichtete Abkippung des Gelenkanteils und damit der Hand Bedingt ist dies dadurch, dass die streckseitigen Bruchenden ineinendergestaucht werden. Zusätzlich oder alternativ kann jedoch auch zu einer beugeseitigen Verkippung oder auch zu einer Fehlstellung innerhalb der Gelenkfläche kommen.

Bei der Erstbehandlung wird eine Fehlstellung nach Möglichkeit beseitigt. Dies geschieht durch eine Einrichtung des Bruches (Reposition) und Gipsruhigstellung oder auch durch eine operative Fixierung. Wird die primäre Fehlstellung bei der Erstbehandlung nicht beseitigt, bleibt sie nach der Ausheilung bestehen. Möglich ist auch, dass eine anfangs gut eingerichtete Fraktur im Gipsverband allmählich wieder in die ursprüngliche Fehlstellung gerät. Nach einer operativen Behandlung mit stabiler Osteosynthese ist die Entwicklung einer solchen sekundären Fehlstellung eher selten.

Mögliche Fehlstellungen nach einem Speichenbruch sind:

  • Eine nach streckseitg gerichtete Verkippung der Gelenkfläche der Speiche
  • Eine relative Überlänge der Elle aufgrund der Einstauchung der Speichenfragmente
  • Fehlstellung im Gelenk bei einer Fraktur, die in die Gelenkfläche hineinreicht.

Die Symptome einer in Fehlstellung verheilten Fraktur sind verschieden in Abhängigkeit von Art und Umfang der Fehlstellung.

Eine starke streckseitige Verkippung der Speiche führt primär zu einer Verminderung der Beugefähigkeit des Handgelenks. Im Laufe der Jahre nach der Ausheilung entsteht durch die Fehlbelastung der streckseitigen Anteile der Speichengelenkfläche ein vorzeitiger Verschleiß der Knorpelflächen mit zunehmender Einschränkung (Arthrose).

In Fehlstellung verheilter Speichenbruch

Eine relative Überlänge der Elle durch Verkürzung der Speiche beeinflusst die Unterarmdrehung die im Gelenk zwischen Elle und Speiche vermittelt ist. Häufig sind Beschwerden an der Außenseite des Handgelenkes in Höhe des Ellenkopfes insbesondere bei Drehbewegungen. Mit der Zeit kann es zu einer Schädigung des hier befindlichen Knorpels (Diskus triangularis) kommen. Eine allmähliche Beschwerdezunahme ist zu erwarten.

Eine Fehlstellung innerhalb des Gelenkes mit Verschiebung von Gelenkflächenanteilen gegeneinander hat einen fortschreitenden Knorpelabbau (Arthrose) zur Folge.

Die Symptome sind verschieden in Abhängigkeit von Art und Umfang der Fehlstellung.

Eine starke streckseitige Verkippung führt primär zu einer Verminderung der Beugefähigkeit. Im Laufe der Jahre nach der Ausheilung entsteht durch die Fehlbelastung der streckseitigen Anteile der Speichengelenkfläche ein vorzeitiger Verschleiß der Knorpelflächen mit zunehmender Einschränkung (Arthrose).

Nach Stellungskorrektur

Eine Überlänge der Elle beeinflusst die Unterarmdrehung die im Gelenk zwischen Elle und Speiche vermittelt ist. Häufig sind Beschwerden an der Außenseite des Handgelenkes in Höhe des Ellenkopfes insbesondere bei Drehbeschwerden. Mit der Zeit kann es zu einer Schädigung des hier befindlichen Knorpels (Diskus triangularis) kommen. Eine allmähliche Beschwerdezunahme ist zu erwarten.

Eine Fehlstellung innerhalb des Gelenkes mit Verschiebung von Gelenkflächen Anteilen hat eine fortschreitende Gelenkserkrankung (Arthrose) zur Folge.

Behandlung

Wird eine relevante Fehlstellung festgestellt, die zu einer funktionellen Beeinträchtigung oder Beschwerden führt sollte eine operative Korrektur der Fehlstellung angestrebt werden. Hinsichtlich der Arthroseentwicklung sollte diese nicht zu spät und nach Möglichkeit im ersten Jahr nach der Verletzung durchgeführt werden. Die Art der Korrektur und der Zeitpunkt sind daher ganz individuell von der Fraktursituation abhängig.

Liegt das Problem bei der relativen Überlänge der Elle und ist keine relevante Fehlstellung der Speiche vorhanden, ist die Verkürzung der Elle die einfachere Lösung. Besteht gleichzeitig eine Fehlstellung der Speiche, meist in Form einer Verkippung, ist eine Stellungskorrektur unter Verlängerung der Speiche notwendig

Bei der Verkürzung der Elle wird eine schmale Knochenscheibe herausgetrennt. De Elle wird verkürzt, die Knochenflächen aufeinandergestellt und mit einer speziell hierfür entwickelten Platte fixiert

Die Korrektur der Speiche besteht aus drei Schritten:

  • Der Knochen wird im Bereich der ehemaligen Frakturzone getrennt und Fragmente werden auseinandergezogen. Die ursprüngliche Stellung wird hierdurch weitestgehend  wiederhergestellt.
  • Die durch die Verlängerung der Speiche resultierende Knochenlücke wird mit Knochengewebe von anderer Körperstelle gefüllt, vornehmlich vom vorderen Beckenkamm.
  • Eine am Knochen angeschraubte Metallplatte sichert das Ergebnis bis zur knöchernen Heilung.

Besser als eine sekundäre Korrektur ist in den meisten Fällen eine adäquate Erstbehandlung der Fraktur bei der die Integrität und Form der Speiche wiederhergestellt wird. Eine spätere Korrektur nach Heilung in Fehlstellung ist immer der größere Eingriff, auch wenn mit der Verwendung moderner („winkelstabiler“) Osteosyntheseplatten die Größe des Eingriffes und die Menge der notwendigen Knochenübertragung stark reduziert werden konnte. Gleichwohl ist die Behandlungsdauer länger als nach einer operativen Behandlung einer frischen Fraktur. Eine Korrektur bleibt daher denjenigen Fällen vorbehalten bei den ein optimales Ergebnis im Rahmen der Erstbehandlung nicht erzielt werden konnte. Ist dies jedoch eingetreten sollte die Korrektur möglich frühzeitig durchgeführt werden.