21. Mai 2024

Arthrose am Fingerendgelenk („Heberden-Arthrose“)

Druckversion als PDF Häufig gestellte Fragen Versteifung des Fingergelenks

Arthrosen beginnen auch an den Fingergelenken mit einem allmählichen Verlust des Knorpelüberzugs. An den Fingerendgelenken entstehen neben der Ausdünnung des Knorpels charakteristische Knochenverdickungen im unmittelbaren Gelenkbereich.

Die Erkrankung fällt zunächst durch eine Verdickung des Fingers an den betroffenen Gelenken auf. In ausgeprägten Fällen kann sich eine Verdickung und Verkrümmung des Fingers im Bereich des betroffenen Gelenkes entwickeln. Gelegentlich werden auch kleine Zysten an der Streckseite der Endgelenke beobachtet (Mukoidzyste).

Patienten mit Arthrosen an den Fingerendgelenken leiden häufiger unter einem Karpaltunnelsyndrom oder Veränderungen an den Sehnenscheiden der Finger („Schnellender Finger“).

Heberden-Arthrose am Zeigefinger: verdicktes und deformiertes Endgelenk

Die Symptome sind bei den Arthrosen der verschiedenen Gelenke unterschiedlich. Arthrosen der Endgelenke fallen anfangs durch äußerlich sichtbare Verdickungen an den Fingerendgliedern auf. Schmerzen und Bewegungseinschränkung erst in späteren Stadien auf.

Zur Diagnosestellung ist eine einfache Röntgenuntersuchung in den meisten Fällen ausreichend. Sofern ein Verdacht besteht, dass eine entzündliche Erkrankung (Rheuma) oder eine Stoffwechselerkrankung (Gicht) besteht, sind zusätzlich Blutuntersuchungen notwendig.

Der Verlauf der Gelenkveränderungen kann durch vorbeugende Maßnahmen nicht verändert werden.

Eine konservative (nichtoperative) Behandlung beeinflusst den Verlauf nicht. Sie lindert die arthrosebedingten Beschwerden. Grundsätzlich gilt: Bei fehlenden Schmerzen in eine medizinische Behandlung nicht hilfreich und notwendig.

Versteifung eines Fingerendgelenks

Bei Schmerzen im betroffenen Gelenk kann im Frühstadium eine Injektion in das Gelenk eine – zeitliche begrenzte Schmerzlinderung herbeiführen. Auch eine Röntgenreizbestrahlung oder die Injektion radioaktiver Substanzen in den Gelenkinnenraum („Radiosynoviorthese“, „RSO„) kann in unterschiedlichem Grad und von unterschiedlicher Dauer hilfreich sein.

Eine operative Entfernung der Verdickungen im Gelenkbereich kann die Arthroseentwicklung nicht verzögern und bessert nicht die Funktion des betroffenen Fingers.

Im Gegensatz zum Grundgelenk und Mittelgelenk liegt ein verlässlicher endoprothetischer Gelenkersatz für das Fingerendgelenk entsprechend einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk noch nicht vor.

Eine definitive Versteifung des Gelenks in funktionsgünstiger leichter Beugestellung beseitigt die arthrosebedingten Schmerzen um den Preis des Verlustes der Beweglichkeit des betroffenen Fingerendgelenks. Bei starker Schmerzhaftigkeit kann so eine schmerzfreie Belastbarkeit unmittelbar wiederhergestellt werden. Die Beweglichkeit des Fingers insgesamt ist durch die Versteifung des Endgelenks nur wenig gemindert, wenn Grund- und Mittelgelenk frei beweglich sind.

Empfehlung

Eine Beeinflussung des gesamten Verlaufs der Arthrose ist nicht möglich. Jede Behandlung, ob konservativ oder operativ, sollte nur bei Schmerzhaftigkeit durchgeführt werden. Bezogen auf den einzelnen Finger kann eine definitive Versteifung unmittelbar zu einer definitiven Beseitigung arthrosebedingter Beschwerden führen.

Letzte Aktualisierung: 8.1.2024