26. Februar 2024

Osteosynthese eines knöchernen Strecksehnenabrisses am Fingerendgelenk

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Reißt die Strecksehne am Fingerenglied mit einem Knochenfragment ab und hat sich dieses stark verschoben, kann es offen gerichtet und mit feinen Metallimplantaten fixiert werden.

Operationsprinzip

Die Streckseite des Fingerendgelenks wird über einen kleinen Hautschnitt geöffnet. Das kleine Abrissfragment, an dem die Strecksehne ansetzt, wird millimetergenau eingepasst. Die Fixierung an der Abrissstelle erfolgt mit Minischrauben oder kleinen Metallstiften und einer Drahtschlaufe.

Vor der Operation

Allgemeine Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen waren Gegenstand des Vorbereitungsgesprächs. Über das Verhalten vor der Operation wurde mit dem Anästhesisten gesprochen, speziell über Medikamente, Essen und Trinken am OP-Tag. Im Besonderen gilt dies für eine eventuelle Blutverdünnung und Allergien (Penicillinallergie).

Hautveränderungen im OP-Bereich am Finger sollten dem Operateur bekannt sein. Dies gilt auch für bestehende Infektionen im Bereich des Nagelwalls.

Betäubung

Eine örtliche Betäubung nur des Fingers ist prinzipiell möglich. Die für den Eingriff notwendige Blutleere kann durch eine Zügelung des Fingers erzielt werden.

Besser ist eine im Armbetäubung („Plexusanästhesie“). Muskeln und Sehnen sind dabei entspannt und die für den Eingriff notwendige Blutleere kann mit einer Manschette am Oberarm besser realisiert werden.

Immer ist auch alternativ eine Vollnarkose möglich.  

Eingriff

Der Hautschnitt liegt über der Streckseite des Fingerendgelenks. Das kleine Abrissfragment an dem die Strecksehne befestigt ist wird mobilisiert und zwischen den Frakturfragmenten befindliches Blut und Narbengewebe minutiös entfernt. Anschließend erfolgt das Einrichten der Knochenfragmente unter Sicht. Das kleine Abrissfragment wird mit einer Minischraube oder zwei kleinen Metallstiften und einer zusätzlichen Drahtschlaufe fixiert. Das erzielte Ergebnis wird noch während der Operation unter einem mobilen Röntgengerät kontrolliert und dokumentiert.

Stimmt alles, wird die Haut genäht. Ein steriler Verband wird angelegt, ebenso eine Schiene in unterschiedlicher die das Endgelenk in gestreckter Position hält.

Nach der Operation

Nach einer ambulanten Operation kann man anschließend das Krankenhaus wieder verlassen. Sie sollten nicht selbst am Steuer sitzen! Die Verwendung öffentlicher Verkehrsmittel ist prinzipiell möglich.

Die Hand ist verbunden und geschient. Sie sollte am Operationstag nicht längere Zeit herunterhängen. Schmerzmittel wurden mitgegeben, die Dosierung mit dem Anästhesisten besprochen. Nicht erträgliche Schmerzen können Hinweis auf eine Komplikation sein, wie z.B. eine Blutung. Manchmal ist auch ein zu enger Verband die Ursache.

Am ersten Tag nach dem Eingriff wird der Verband gewechselt, eine Röntgenkontrolle durchgeführt und die Schiene wieder angelegt. Nach 10 Tagen werden die Fäden gezogen. In den meisten Fällen wird in den ersten Wochen nach der Operation zur Sicherheit eine kleine Kunststoffschiene („Stack-Schiene“) getragen. Um das sehr kleine Knochenfragment nicht zu schädigen, beginnt die aktive Bewegung erst allmählich und vorsichtig. Dies kann von Fall zu Fall ganz unterschiedlich sein, abhängig von der bei der Operation erzielten Festigkeit.

Risiken und Komplikationen

Wundheilungsstörungen und Infektionen sind bei operativer Behandlung insgesamt selten, jedoch bei Operationen in der unmittelbaren Nähe des Fingernagels etwas häufiger, als nach anderen Handoperationen.

Die stabile Fixierung des sehr kleinen Knochenfragments im Rahmen der operativen Behandlung kann ausgesprochen schwierig sein und gelingt nicht immer perfekt. Eine Beschädigung durch den Operationsvorgang ist ebenso möglich wie eine Verschiebung im Verlauf nach der Operation.

Ergebnis

Nach einer Operation kommt es regelhaft anfangs zu einer Bewegungseinschränkung des betroffenen Endgelenks, auch bei technisch einwandfreier Ausführung. Diese bessert sich ganz allmählich in den darauffolgenden Wochen, kann aber zumindest teilweise bestehen bleiben. Nicht immer wird durch eine Operation die Fragmentstellung perfekt wiederhergestellt. Auch nach einer operativen Behandlung kann sich eine Arthrose entwickeln. In deren Folge entwickeln sich eine zunehmende Bewegungseinschränkung und belastungsabhängige Beschwerden.

Letzte Aktualisierung: 8.1.2024