12. August 2022

Handtherapie

Nach Verletzungen und Operationen der Hand ist die Nachbehandlung häufig ebenso wichtig wie die Operation selbst. Nach  der Versorgung von Frakturen, Sehnen- und Bandverletzungen beginnt diese meist mit einer Immobilisierung.

Am Anfang der Mobilisation stehen aktive Bewegungen. Dies bedeutet, dass sie selbst die Bewegung mit der verletzten Hand durchführen. Bei aktiver Bewegung sind Schmerzreaktion und Schutzreflexe vorhanden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, erfolgt die anfängliche aktive Bewegung unter Respektierung der Schmerzgrenze.

Mit fortschreitender Heilung und  zunehmender Festigkeit ist eine aktiv geführte und später auch passive Bewegung möglich. Passive Bewegungen werden immer gegen einen gewissen Widerstand durchgeführt. Dies setzt eine schon eingetretene Festigkeit einer genähten Sehne oder eines heilenden Knochens voraus. Erst mit definitiver Heilung sind kontinuierliche Dehnungsbehandlung (sogenannte Quengelbehandlung) oder  Mobilisierung gegen starken Widerstand und über die Schmerzgrenze hinaus möglich.

Die Krankengymnastik  unterstützt Sie bei aktiver und geführter aktiver Bewegung. Im Verlauf schließt sich eine passive Mobilisierung   und Dehnungsbehandlung an. Zusätzlich werden Narben aufgelockert und abgehärtet. Die Kompetenz des Handtherapeuten liegt dabei in der richtigen Anleitung zu aktiver Bewegung und Dosierung geführter und passiver Mobilisierung.  Unterstützend sind gelegentlich Maßnahmen zur Schwellungsreduktion angebracht. Massage und manuelle Therapie treten an den Händen in den Hintergrund

Ergotherapie dient dem Training der Funktion und Kraft sowie dem  Wiedererlernen von Bewegungsabläufen. Auch werden Schienen und Hilfsmittel gefertigt und zum Gebrauch angepasst. Beide  Fachrichtungen überschneiden sich in Ihren Aufgaben an der Hand. Dies hat logischerweise dazu geführt, daß der „Handtherapeut“ als eigenständige Qualifikation eingeführt wurde. 

Speziell nach Handoperationen und  -verletzungen  benötigt der Therapeut Spezialkenntnisse. Dies betrifft die Stabilität einer eventuellen Versorgung, den Ablauf der Heilung und die Art der betroffenen Beeinträchtigungen die nach der Erkrankung zu erwarten sind. Fast wichtiger als die Behandlung ist, dass Ihr Therapeut nicht nur be-handelt, sondern Sie in die Lage versetzt, eigene Übungen sinnvoll durchzuführen. All dies kann je nach Verletzung ganz unterschiedlich sein. In vielen Fällen ist einen Abstimmung mit dem behandelnden Arzt nötig.

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