2. März 2024

Tennis- oder Golfarm, „Epikondylitis“

Die Streck- und Beugemuskleln für die Finger und teilweise auch das Handgelenk nehmen ihren Ursprung am Oberarmknochen unmittelbar vor dem Ellenbogen. Sie setzen hier mit einer kurzen, sehnigen Ansatzfläche am Knochen an. Für die Streckmuskeln ist dies die Außenseite („Tennisarm“), für die Beugemuskeln die Innenseite („Golfarm“) des Oberarmknochens. Dieser jeweilige sehnige Ansatz ist exakt am Eintrit in das Knochengewebe krankhaft verändert. Das Sehnengewebe ist aufgelockert und verdickt und es kann zum Riss und zur Vernarbung einiger Faseranteile kommen. Dabei reissen die betroffenen Sehnen nie vollständig ab. Die Veränderungen entwickeln sich nur in bestimmten Bereichen des sehnigen Ansatzes.

Die Ursache dieser Veränderungen ist medizinisch ungeklärt. Zwar treten Symptome bei mechanischer Belastung auf, diese stellt jedoch nur bei repetitiver Dauerbelastung einen ursächlichen Faktor dar.

Der Verlauf der Krankheitsentwicklung ist sehr unterschiedlich. In den meisten Fällen bilden sich die Veränderungen ohne jede Therapie im Lauf von Monaten zurück. In anderer Situation können Krankheiterscheinungen über Jahre hinweg in unterschiedlicher Intensität vorhanden sein

Die Symptome treten bei Beansprung der jeweiligen betroffenen Muskelgruppen auf. Bei der so ganannte Epicondylitis radialis („Tennisarm“) sind die Streckmuskeln betroffen. Die aktive Streckbewegung führt zu Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens. Betroffen sind bestimmte Arbeitsabläufe und sportliche Betätigungen, daher die Bezeichnung Tennisarm. Bei der Epicondylitis ulnaris („Golfarm“ ) ist es die Beugemukulatur der Finger und des Handgelenks.

Bei der körperlichen Untersuchung kann ein umschriebener Druckschmerz über den jeweiligen Muskelgruppen ausgelöst werden. Bei der Anspannung der jeweiligen Mukulatur gegen den Widerstand durch den Untersucher werden Schmerzen an typischer Lokalisation ausgelöst. Eine Röntgenuntersuchung des Ellenbogens. dient der Feststellung möglicher anderer Ursachen der Beschwerden, hierzu gehören Erkrankungen und Verletzungsfolgen am Ellenbogengelenk. Mit einer Ultraschalluntersuchung oder Kernspintomografie („MRT“) können die Veräderungen am Sehnenansatz direkt abgebildet werden.

Die Behandlung zielt auf die Beseitigung der Schmerzsymptome. In leichten Fällen kann eien Umstellung der Lebensgewohnheiten helfen, immer dann wenn wiederkehrende Beanspruchungen vermieden werden können. Eine vorübergehende Immobilisition des Ellenbogens in einer Schiene kann hilfreich sein.

Bei ausgeprägteren Symptomen kann die lokale Injektion eines entzündungshemmenden Medikaments (Kortison-Präparat) hilfreich sein.

Hilft alles nicht und bleiben Schmerzen zurück, kann eine operative Behandlung die Siotuation bessern. Bei der Operation werden die veränderten Sehnenanteile vom Knochen abgelöst. Eine Schwächung der Muskulatur muss nicht befürchtet werden: es handelt sich nur um eien Teil des Muskelansatzes. Dieser heilt narbig wieder an. Gleichermaßen werden dabei schmerzleitende Nervenfasern vom Sehnenansatz unterbrochen.

Empfehlung

Schmerzen am Ellenbogen sollen ursächlich abgeklärt werden.

Art und Umfang der Behandlung richten sich nach der Intensität subjektiver Beschwerden.