Knochenbrüche (Frakturen) an Daumen, Fingern und Mittelhand

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Frakturen an der Mittelhand und an den Fingern gehören zu den häufigsten Knochenbrüchen.

Bricht ein Knochen,  füllt sich der Zwischenraum zunächst mit Bindegewebe.. Mit der Zeit wachsen die Fragmente zusammen und es lagert lagert sich Knochenkalk ein. Ganz allmählich  – über Wochen – verfestigt sich der geheilte Knochen. Nur ganz Bleibt die Heilung aus, bleiben die Knochenenden gegeneinander beweglich. Man bezeichnet dies als so genanntes Falschgelenk (“Pseudarthrose”)

Die Die Heilungstendenz der Frakturen an der Hand  ist generell gut. zur Entwicklung einer Pseudarthrose kommt es häufiger nur  bei ganz bestimmten Brüchen der Handwurzel .

Trotz knöcherner Heilung führen verschobene Brüche oder solche, die in die jeweiligen Gelenkflächen hineinragen zu einer Funktionsstörung. Manchmal kann schon eine kleine Verschiebung der Fragmente zu einer solchen Funktionsstörung der Hand führen.

Speziell an der Hand besteht eine enge Nachbarschaft verschiedener Strukturen des Bewegungsapparates. Nach einer Fraktur kann es zur Verklebung von Knochen und Sehnen mit der Folge einer Bewegungseinschränkung kommen. Nach operativer Behandlung ist dies häufiger als nach konservativer Behandlung.

Die meisten Knochenbrüche können in der Regel schon bei der körperlichen Untersuchung vermutet und mit einfachen Röntgentechniken sicher diagnostiziert werden. Eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) ist nur selten notwendig.

Bruch des Fingergrundglieds am Ringfinger Typische Fehlstellung des Ringfingers bei dem leicht verschobenen Bruch des ersten Fingerglieds

Die Behandlung der Finger- und Mittelhandfrakturen richtet sich nach Lokalisation und Frakturform. Unverschobene Brüche ohne Gelenkbeteiligung können konservativ (nichtoperativ) behandelt werden. Eine Gipsruhigstellung und nachfolgende Krankengymnastik ist hier ausreichend; die Ergebnisse sind in aller Regel gut. Die Heilungsdauer ist nicht länger als nach einer Operation und operationsbedingte Komplikationen werden vermieden.

Die Behandlung der meisten Frakturen von Mittelhand und Fingerknochen ist daher konservativ.

Operiert werden sollten offene Brüche, verschobene Gelenkbrüche oder sonstige stark verschobene Brüche, die im Gipsverband nicht ausreichend stabilisiert werden können.

Bei der Operation werden zunächst die Bruchstücke entweder geschlossen (ohne eine Öffnung der Haut) oder offen (über einen Hautschnitt) eingerichtet (“reponiert”). Zur Fixierung werden Metallstifte (“Kirschner-Drähte”) oder kleine Titanschrauben- und Platten verwendet.

Metallstifte („Kirschner-Drähte“) bestehen aus Osteosynthesestahl. Sie werden vom Körper abgegrenzt und können sich lockern und wandern. Auch haben sie ein Allergisierungspotential und sollten daher entfernt werden.

Schrauben müssen nach verheilter Fraktur in der Regel nicht mehr entfernt werden: Das verwendete Titan bewirkt keine Reizung des Gewebes.

Bei Platten kommt es auf deren Größe und Lage an. Eine Plattenentfernung sollte nicht später als ein Jahr nach der Osteosynthese erfolgen. Jahre danach ist eine Entfernung oft nicht mehr möglich.

 

Komplikationen und Risiken

Nach konservativer Behandlung kann es zur Ausheilung in einer Fehlstellung  kommen, diese kann sich auch erst im Verlauf der Ruhigstellung entwickeln.

Die  Operation einer Fraktur ist ein technischer Vorgang. Nicht immer gelingt   es, die ursprüngliche Stellung der Fragmente perfekt zu rekonstruieren; gelegentlich kann eine Fehlstellung zurückbleiben.

Nach einer Fraktur an der Hand kann es durch Verklebungen des Knochens mit Sehnen und Gelenkkapsel zu einer Bewegungseinschränkung kommen, auch nach unkomplizierter Knochenheilung.

Dies soll durch dem Heilungsverlauf angepasste Bewegung verhindert werden. Nicht immer gelingt dies vollständig. Ist eine Bewegungsstörung nach einer Osteosynthese verblieben, so können Verklebungen  zusammen mit der Materialentfernung in einem zweiten Eingriff gelöst werden.

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