28. September 2022

Bösartige Tumore an der Hand

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Eine Gewebeneubildung kann gutartig oder bösartig sein. Ein bösartiger Tumor wächst in das umgebende Gewebe ein. Er kann in entfernt liegende Organe streuen und gefährdet so das Leben des Patienten. Äußerst selten handelt es sich bei einer Gewebeneubildung an der Hand um einen bösartigen Tumor.

Ein bösartiger Tumor kann auch an der Hand von jedem vorkommenden Gewebe ausgehen. Zu den an der Hand vorkommenden bösartigen Tumoren gehören:

  • Tumoren der Haut (Basaliom, weißer Hautkrebs und Melanom)
  • Tumoren des Bindegewebes und Knochens  (Sarkom)
  • seltener Tumoren anderer Gewebe (Knochen Knorpel, Nerven)

Bösartige Tumoren an der Haut entstehen häufig in Zusammenhang mit äußeren Einflüssen. Dazu gehört intensive Sonnenbestrahlung, in besonderen Fällen auch eine Behandlung mit Röntgenstrahlen die bei bestimmten Erkrankungen durchgeführt wurde. Manche bösartige Tumoren an der Haut kündigen sich in vielen Fällen allmählich an. Veränderungen im Bereich einer lange bestehenden Narbe können ein Hinweis für eine Tumorentstehung sein. Ähnlich verhält es sich mit kleinen, nicht heilenden Wunden die immer wieder aufbrechen. Beides weist auf Vorstufen eines Karzinoms („weißer Hautkrebs“) hin.

Wesentlich aggressiver sind die Veränderungen beim sogenannten schwarzen Hautkrebs (Melanom). Die Wachstumsgeschwindigkeit ist hier wesentlich höher, eine Streuung im Körper wird wesentlich früher beobachtet. Heimtückisch sind Veränderungen am Fingernagel die sich nur gelegentlich durch Pigmentveränderung des Nagels früh ankündigen.

Bösartige Tumoren des Bindegewebes und Knochens (sogenanntes Sarkom) sind an der Hand eine Seltenheit. Im Prinzip kann jedes Gewebe, das zur Bildung eines gutartigen Tumors führt auch zu einem bösartigen Tumor führen. Hierzu gehören die Tumoren der Gelenkinnenhaut (synoviales Sarkom) und des Knochens (Osteosarkom) oder auch des Nervengewebes (malignes Schwannom). Die Symptome bösartiger Tumoren des Bindegewebes unterscheiden sich von gutartigen Veränderungen durch ihre Wachstumseigenschaften und ihre stetige Größenzunahme.

Hat man den Verdacht auf eine Hautveränderung, die nicht zur Ruhe kommt und ursächlich nicht geklärt ist sollte ein hiermit erfahrener Hautarzt diese beurteilen. Im Zweifelsfall ist eine Probenentnahme zur feingeweblichen Untersuchung erforderlich.

Tiefer im Bindegewebe gelegene bösartige Tumoren können mit einer körperlichen Untersuchung nicht vollständig diagnostiziert werden. Hat man ein Verdacht, ist zunächst eine bildgebende Untersuchungen erforderlich. Hierzu gehören Röntgenuntersuchung und Computertomografie zur Beurteilung des Knochens sowie eine Kernspintomografie (MRT)zur Darstellung von Weichteiltumoren.

Auch bei diesen tiefer gelegenen bösartigen Veränderungen kann die definitive Diagnose nur durch feingewebliche Untersuchung gestellt werden. Während man bei gutartigen Tumoren diese in einem Schritt operativ vollständig entfernen kann, ist bei einem bösartigen Tumor ist dies nicht möglich. Vor einer definitiven Therapie muss eine Probenentnahme erfolgen. Ist die Diagnose durch feingewebliche Untersuchung gesichert, schließt sich meist eine Umgebungsuntersuchung an, um festzustellen, ob eine Streuung vorliegt.  Erst dann kann der Therapieplan individuell festgelegt werden. In den meisten Fällen ist eine operative Entfernung mit einem Saum umgebenden gesunden Gewebes notwendig. Abhängig von der Diagnose schließt sich eine Nachbehandlung durch Bestrahlung oder Chemotherapie an.

Empfehlung

Stellt man eine nicht heilende Wunde fest oder tastbare Verdickungen die sich verändern, muss ein Facharzt aufgesucht werden.

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