27. November 2022

Nervendruckschäden

PDF-Download

Nervenkompression

Eine mechanische Druckschädigung kann akut durch eine einmalige Verletzung oder chronisch durch eine Erhöhung des Gewebedruckes in der Umgebung eines Nerven hervorgerufen werden. Akute druckbedingte Nervenschäden können durch fehlerhafte Lagerung (Ellenbogen!) oder auch durch Instrumentendruck während eines operativen Eingriffes entstehen. Die meisten Druckschädigungen am Arm entwickeln sich ganz allmählich durch Veränderungen des Gewebes in der Umgebung eines Nerven. Typische Beispiele hierfür sind das Karpaltunnelsyndrom an der Hand und das sogenannte Kubitaltunnelsyndrom am innenseitgen Ellenbogen und das Supinatorsyndrom am außenseitigen Ellenbogen.

Die Symptome einer druckbedingten Nervenschädigung sind abhängig von der Art und Schwere der vorliegenden Schädigung.

Typische Reizerscheinungen sind elektrisierende Missempfindungen (Stromgefühl) und einschießende Schmerzsensationen. Gerade bei Druckschäden können diese Symptome in ihrer Ausprägung und Intensität wechseln und sind nicht durchgehend in gleicher Form vorhanden.

Bei längerdauernder Druckschädigung einem kommt es zum Nervenausfall in dem vom Nerven versorgten Körperareal im Sinne einer Gefühlsminderung oder einem kompletten Gefühlsausfall. Ein Ausfall motorischer Nervenfasern führt zu einer Schwäche oder in schwerem Fall einer Lähmung der von dem Nerven versorgten Muskeln. Schließlich führt eine chronische Druckschädigung motorischer Nerven durch die Schädigung begleitender vegetativer und schmerzleitender Nervenfasern zu Schmerzsensationen im versorgten Körperareal. Typisches Beispiel hierfür ist das Supinatorsyndrom am außenseitigen Ellenbogen.

Eine chronische Druckschädigung wird in den meisten Fällen durch eine Messung der Nervenströme festgestellt. Die bildlichen Darstellung durch Ultraschalluntersuchung oder eine Kernspintomographie (MRT) ist nur in  besonderen Fällen in besonderer Technik.

Die Behandlung bei mechanischer Schädigung durch chronischen Druck auf den Nerven ist in der Regel die  operative Dekompression den Nerven.  

Die Prognose einer Nervenschädigungist abhängig von der Ausprägung der Schädigung und der Erkrankungsdauer und auch von individuellen Faktoren wie dem Alter.

Bei einer druckbedingten strukturellen Schädigung des Nervengewebes kommt es zum Untergang des zur Körperperipherie führenden Anteils der betroffenen Nervenfasern. Nach der Druckentlastung regenerieren sich die Nervenfasern beginnend vom Ort des Geschehens in Richtung auf die Körperperipherie. Die Dauer bis zu einer Regeneration ist daher sehr vom Abstand des Schädigungsortes zur Körperperipherie abhängig. Die Regenerationsgeschwindigkeit beträgt dabei ca. 1 mmm/Tag. Liegt eine gravierende Druckschädigung in Höhe der Wirbelsäule wie etwa durch einen Bandscheibenschaden vor und kann die Ursache der Schädigung beseitigt werden, dauert es viele Monate bis Jahre bis zur Erholung der Funktion. Wird bei einem Karpaltunnelsyndrom in Höhe des Handgelenkes der Druck auf den Nerven beseitigt ist die Dauer bis zur Wiederherstellung der Funktion deutlich kürzer und liegt im Bereich von einigen Monaten.