27. November 2022

Arthrose nach Kahnbeinfraktur

PDF-Download Häufig gestellte Fragen

 Teilversteifung des Handgelenks Versteifung des Handgelenks Entfernung der ersten Handwurzelreihe

Bleibt nach einer Fraktur des Kahnbeins die knöcherne Heilung aus, kommt es zur Abrundung der Bruchflächen. Die Bruchflächen bleiben gegeneinander beweglich, es bildet sich ein so genanntes Falschgelenk (Pseudarthrose“). 

Ein Kahnbeinbruch verursacht nicht immer stärkere Beschwerden. Bleibt die knöcherne Heilung aus sind die Auswirkungen manchmal gering. Beschwerden im Handgelenk bestehen bei stärkerer Belastung; die Beweglichkeit kann vollständig erhalten sein.

Arthrose des Handgelenks bei nicht verheilter Kahnbeinfraktur („Kahnbeinpseudarthrose“)

Ganz allmählich im Laufe von Jahren kommt es zum Abbau von Knochensubstanz zwischen den beiden ehemaligen Bruchflächen. Es entwickelt sich eine Verkürzung des Kahnbeins und eine Veränderung der Stellung der Handwurzelknochen zueinander. Mit der geänderten Druckbelastung der Gelenkflächen entsteht eine Fehlbelastung des Knorpels.

Es kommt zum Abrieb der Knorpeloberfläche und damit zur Verschleißerkrankung des Handgelenks („Arthrose“). Die Arthrose beginnt im Bereich der Fraktur (Pseudarthrose) und geht im Lauf von Jahren auf die übrige Handwurzel über.

In deren Verlauf nehmen Handgelenksschmerzen zu; die Beweglichkeit nimmt mehr und mehr ab. Als zeitlicher Rahmen für die Arthroseentwicklung nach einem nicht verheilten Kahnbeinbruch wird eine Spanne zwischen 5 und 15 Jahren angenommen. In manchen Fällen ist das Handgelenk auch über längere Zeit beschwerdefrei, erst nach Jahren treten dann Schmerzen auf, gelegentlich auch, ohne dass man sich an die ursprüngliche Verletzung genau erinnern kann.

Ist als Folge einer Kahnbeinfraktur eine Arthrose bereits eingetreten, kann auch eine erfolgreiche Behandlung eines Falschgelenks mit knöcherner Ausheilung des Kahnbeins den ursprünglichen Zustand nicht mehr wiederherstellen. Zur Linderung bestehender Schmerzen müssen andere Wege bestritten werden.  Die Behandlung dient dann wie bei allen anderen Arthroseformen zur Linderung arthrosebedingter Schmerzen. Konservative Behandlungen können diese in einen gewissen Umfang bessern, meist temporär und auch nicht vollständig. Die operative Behandlung hat bei der posttraumatischen Arthrose bessere Aussichten als bei einer spontanen Arthrose, bei der auch weitere Anteile des Handgelenks betroffen sind.

Zu den operativen Möglichkeiten gehören:

Denervation des Handgelenks

Auf operativem Weg können schmerzleitende Nervenfasern zum Handgelenk unterbrochen werden (so genannte „Denervation„).  Dabei handelt es sich auch nur um schmerzleitende Nervenfasern: Gefühl und Motorik bleiben unbeeinträchtigt.

Eine Denervation führt erfahrungsgemäß bei etwas 2/3 der operierten Patienten zu einer zufriedenstellenden Schmerzlinderung, die dann über einige Jahre anhält.

Der Effekt einer solchen Denervation ist individuell sehr verschieden und kann für den Einzelfall nicht sicher vorhergesagt werden.

Die Entfernung des erkrankten Kahnbeins und Teilversteifung der Handwurzel („Mediokarpale Teilarthrodese“).

Mit der Entfernung des Kahnbeins wird der erkrankte Gelenkabschnitt beseitigt. Um die Form der Handwurzel zu erhalten, müssen die übrigen Handwurzelknochen miteinander verblockt werden. Die Beweglichkeit des Handgelenks wird hierdurch um die Hälfte gemindert (so genannte Teilversteifung).

Ist die Arthrose weit fortgeschritten, ist zur Schmerzbeseitigung nur noch die definitive Versteifung des Handgelenks möglich. Mit einer Versteifung des Handgelenks erreicht man eine weitgehend schmerzfreie Stabilität. Heben und Senken im Handgelenk sind nicht mehr möglich, die Unterarmdrehung sowie die Bewegung von Daumen und Fingern ist nicht beeinträchtigt.

Empfehlung

Wird eine Handgelenksarthrose bei bestehender Kahnbeinpseudarthrose erstmals festgestellt, sollte geprüft werden, ob eine Versorgung des Kahnbeins selbst zu dessen knöcherner Heilung noch Sinn macht.

Ist die nicht der Fall, ist eine operative Behandlung nur zur Besserung bestehender Beschwerden sinnvoll und angezeigt. Sind diese nur sporadisch und wenig ausgeprägt, wird man eher zum Abwarten raten.

Für die Wahl des Operationsverfahrens ist das Arthrosestadium wichtig. Eine Teilversteifung ist so lange möglich, wie nicht alle Bereiche des Handgelenks von der Arthrose betroffen sind.

Letzte Aktualisierung: 6.10.2022