28. September 2022

Glomustumor

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Glomustumor unter dem Nagel im rechten Bild eben erkennbar

 

Glomustumor

Gutartige Tumoren sind örtliche Gewebeneubildungen, die rundlich -abgekapselt sind und allmählich an Größe zunehmen. An der Hand können sich verschiedene Formen gutartiger Tumoren entwickeln. In den meisten Fällen imponieren diese als rundliches Knötchen und sind völlig schmerzfrei.

Ein bestimmter gutartiger Tumor hingegen ist äußerst schmerzhaft.

Der so genannte Glomustumor entsteht aus dem Gefäßbindegewebe. Er misst selten mehr als wenige Millimeter. Er entwickelt sich meistens unterhalb des Fingernagels, kann jedoch auch an jeder anderen Stelle der Hand vorkommen.  

Symptome

Schon bei  geringer Größe bestehen intensive Schmerzen, die sich mit Schmerzmitteln nur schwer beeinflussen lassen. Charakteristisch sind Schmerzen auf Druck auf den Nagel. Meist ist der Beginn schleichend und nimmt ganz allmählich über Monate und Jahre hin zu.

Aufgrund seiner geringen Größe kann er häufig anfangs nicht festgestellt werden, so dass die Ursache der Schmerzen lange verborgen bleibt. In besonderer Weise gilt dies für Tumoren in Nagelbettnähe.

 Untersuchung

Manchmal kann der Tumor von außen erkannt werden – so etwa in Form einer umschriebenen rötlichen Verfärbung unter dem Fingernagel. Durch Druck auf den Herd werden die Schmerzen provoziert. In anderen Fällen ist der Tumor nicht unmittelbar zu sehen. Dies ist der Fall wenn er unter der angrenzenden Haut am Fingernagel gelegen ist. Auch kleine Glomustumor außerhalb des Nagels können manchmal bei der Untersuchung nur schwierig getastet werden. Meist hilft die Schmerzlokalisation und zeigt den Weg für gezielte weitere Untersuchung.

Eine Kernspintomographie (MRT) kann den Tumor darstellen, wenn auch nicht mit Sicherheit. Bei sehr kleinen Tumoren können diese auch hier unerkannt bleiben. Dies hängt davon ab welche Technik bei der Kernspintomographie verwendet wird und wie eng die untersuchten Gewebeschichten beieinanderliegen. Es ist immer sinnvoll eine Kernspintomografie durchzuführen auch um bei der Operation anhand von anatomischen Bezügen diesen exakt lokalisieren zu können.

Eine Alternative zur Kernspintomografie ist die Ultraschalluntersuchung, auch bei sehr kleinen Knoten. Sie ist dann angezeigt, wenn man kernspintomografisch kein eindeutigen Befund erheben kann.

 Behandlung

Ist die Diagnose gestellt, kann der Tumor durch einen vergleichsweise kleinen Eingriff beseitigt werden. Die Schmerzen sind unmittelbar beseitigt. Bei einer typischen Lokalisation zwischen Knochenhaut und Nagelbett wird ein Teil des Nagels abgehoben und entfernt. Das Nagelbett wird längst eröffnet und der darunterliegende Knoten aus der Umgebung ausgelöst.

Weitere Aussichten

Im Regelfall sind die tumorbedingten Schmerzen mit dessen Entfernung beseitigt. Als unmittelbare Operationsfolge kann eine Störung des Nagelbett es zurückbleiben, insbesondere dann wenn der Knoten sich in der Umgebung der Nagelwachstumszone befindet.

In seltenen Fällen kann sich der Tumor nach der operativen Entfernung an gleicher Stelle neu bilden. Dies hängt damit zusammen,  dass dieser an der Oberfläche sehr verletzlich ist. Bleiben mikroskopisch kleine Gewebereste zurück entwickelt sich der Tumor neu obwohl er grundsätzlich gutartig ist. Treten erneut Beschwerden im Operationsgebiet auf, muss dies abgeklärt werden.