27. November 2022

17 Muss die Platte entfernt werden?

Wurde zur operativen Stabilisierung eine oder mehrere Platten verwendet, können diese in seltenen Fällen zur Beschädigung vom Sehnen im Bereich des Handgelenks führen, auch bei perfektem Operationsergebnis und idealer Plattenlage. Steht die Platte beugeseitig vor, ist das Risiko deutlich größer.

Im schlimmsten Fall kommt es zum Riss einer Sehne, wobei die Beugesehne des Daumens durch die Platte am stärksten gefährdet ist. Überstehende Schraubenspitzen können zur Beschädigung von Stecksehnen führen. Auch hie ist diejenige des Daumens am häufigsten betroffen. Auch wenn diese Komplikationen insgesamt sehr selten ist, empfehle ich, die verwendeten Platten aus Sicherheitsgründen nach ca. 6 Monaten zu entfernen.

16 Nach meinem Speichenbruch sind Funktionsstörungen verblieben. Kann dies noch gebessert werden?

Ist die Fraktur in einer Fehlstellung verheilt, kann diese in vielen Fällen durch einen operativen Eingriff korrigiert werden. Hierbei werden die fehlverheilten Frakturfragmente wieder getrennt und in korrekter Position meist mit einer Platte stabilisiert.

Der Eingriff ist aufwendiger als die Operation bei frischem Speichenbruch, das Ergebnis weniger sicher vorherzusagen.

Ob und wann eine solche Korrektur durchgeführt werden soll, ist individuell unterschiedlich. Grundsätzlich sollte diese in den ersten Monaten nach der Verletzung erfolgen und nicht unnötig hinausgezögert werden.

15 Mit welchen Dauerfolgen muss ich rechnen?

Auch dies hängt stark vom Frakturtyp und dem erzielten Behandlungsergebnis ab. Zu den möglichen Dauerfolgen gehören eine Einschränkung der Unterarmdrehfähigkeit, eine eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks oder auch Schmerzen bei Bewegung und Belastung.

14 Gibt es eine vollständige Heilung?

Wenig verschobene Brüche ohne Beschädigung der Gelenkflächen können zu einer vollständigen Heilung führen. Auch stärker verschobene Brüche, die erfolgreich reponiert oder operiert werden, können zu einer funktionell vollständig heilen. Typisch ist jedoch eine gewisse Bewegungseinschränkung, die abhängig ist vom Typ der vorliegenden Fraktur und dem erzielten Behandlungsergebnis.

Speichenbrüche bei Kindern im Wachstumsalter führen in den meisten Fällen zu einer vollständigen Heilung. Allerdings sind bei bestimmten Bruchformen bei Kindern wachstumsbedingte Fehlstellungen möglich, die sich erst ganz allmählich mit dem weiteren Längenwachstum einstellen- turnusmäßige Kontrollen sollten durchgeführt werden.

13 Wann kann ich wieder arbeiten oder Sport treiben?

Es hängt von Ihrer Tätigkeit ab und vom Heilungsverlauf der Fraktur. Bewegung ohne Belastung ist in den meisten Fällen nach 4-6 Wochen möglich; nach erfolgreicher Operation tendenziell etwas früher.

Die knöcherne Heilung ist nach 2-3 Monaten erfolgt, unabhängig davon, ob operiert wurde. Starke körperliche Belastung ist frühestens nach dieser Zeit möglich. Büroarbeit kann eventuell früher aufgenommen werden.

12 Wie ist die Nachbehandlung?

Dies hängt davon ab, welche Stabilität durch die operative Versorgung erzielt wurde. Im Normalfall ist diese als „übungsstabil“ anzusehen. Dies bedeutet, dass das Handgelenk ohne Belastung bewegt werden kann. Verrichtungen des täglichen Alltags sollten möglich sein; das Anheben schwerer Gegenstände oder Abstützen mit der operierten Hand müssen vermieden werden.

Verschiedene Faktoren sind für die Stabilität bestimmend. hierzu gehören der Frakturtyp, Art der operativen Stabilisierung und auch die vorhandenen Knochendichte.  Daher kann dies nicht generell, sondern individuell vom Operateur für Sie angegeben werden.

Im Verlauf der Frakturheilung sind dann weitere Maßnahmen hilfreich – dazu gehören eine krankengymnastische Übungsbehandlung, eine Behandlung eventueller Schwellungszustände durch Lymphdrainage oder auch eine Ergotherapie zum Kraftaufbau und Funktionstraining.

11 Welche Komplikationen können auftreten?

Unmittelbar nach der Operation kann es zu einer Störung der Heilung kommen. Hierzu gehören starke Schwellungszustände, die Ausbildung eines Blutergusses („Hämatom“) oder auch eine schwellungsbedingte Nervenfunktionsstörung.

Auch nach einer Operation kann es in bestimmten Fällen zu einer Verschiebung der Bruchfragmente kommen, sei es aufgrund vorzeitiger Belastung oder auch aufgrund einer eventuellen Osteoporose. Verschlechtert sich der Zustand des verletzten Handgelenks im Heilverlauf, suchen Sie Ihren Arzt auf!

Sehr seltene aber gravierende Komplikation ist die Entwicklung eines Dystrophiesyndroms („Sudeck‘sche Erkrankung“, „CRPS“). Es handelt sich um eine schmerzhafte Schwellung der gesamten Hand mit Funktionseinschränkung von Handgelenk und Fingern. Eine solche Dystrophie kann sowohl nach konservativer als auch nach operativer Behandlung gleichermaßen auftreten.

10 Was passiert nach der Operation?

Im Regelfall findet der Eingriff im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes im Krankenhaus statt. Der Arm ist verbunden, mit einer Schiene immobilisiert und auf einem Kissen gelagert.

Melden Sie sich, wenn der Verband eng ist, wenn Schmerzen auftreten oder Gefühlstörungen in den Fingern auffallen. Hochlagerung des Arms und gelegentliches langsames Öffnen und kräftiges Schließen der Hand fördert das Abschwellen und wirkt damit auch schmerzlindernd.

Am Folgetag wird der Verband gewechselt.

Die weiteren Kontrollen und erforderlichen Maßnahmen werden dann verabredet. Im typischen Fall bleibt die Hand einige Tage geschient; die Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen.

09 Was muss ich am Tag der Operation beachten?

Sollte sich an der Hand etwas geändert haben, sind Gefühlstörungen an den Fingern aufgetreten oder Veränderungen an der Haut, sprechen Sie mit Ihrem Arzt vor dem Eingriff darüber.

08 Gibt es Gründe gegen eine Operation?

Jeder Eingriff hat Risiken.

Diese unterscheiden sich hinsichtlich des vorliegenden Frakturtyps und des gewählten Verfahrens. Hierzu gehören Störungen der Wundheilung, in seltenen Fällen auch eine Beschädigung von Sehnen oder Nerven im Rahmen des Operationsvorgangs oder durch das einliegende Material.

Auch kann das angestrebte Operationsziel nicht in jedem Fall sicher realisiert werden.