14. August 2022

Fehlstellung nach Radiusfraktur – Häufig gestellte Fragen

Ein Speichenbruch neigt zur Ausbildung einer Fehlstellung, auch wenn die knöcherne Heilung unkompliziert war. Eine solche Fehlstellung kann zur Einschränkung der Unterarmdrehung und auch der Beweglichkeit des Handgelenks führen.

Nicht immer ist die Fehlstellung der Speiche die einzige Ursache der Beschwerden. Verschiedene Strukturen des Handgelenks könnten beschädigt sein. Man kann es durch weitere Untersuchungen abklären.

Außer dem Knochen können auch umgebende Strukturen beschädigt sein. Nicht immer muss eine Fehlstellung die Ursache der Beschwerden sein. an kann es herausfinden, manchmal sind dazu mehrere Untersuchungen wie Röntgen und Kernspintomografie notwendig.

Vorgeschichte und körperliche Untersuchung und einfache Röntgenuntersuchung können die Situation in vielen Fällen schon klären. Spezielle Fragen, besonders nach nicht knöchernen Veränderungen werden mit einer Kernspintomografie (MRT) geklärt. Bei ganz besonderer Fragestellung ist ein Spieglung (Arthroskopie) hilfreich.

Stehen die Beschwerden ursächlich mit der Fehlstellung der Speiche zusammen, ist dies unwahrscheinlich. Die Situation wird sich dann mit der Zeit eher verschlechtern.

Die meisten außerhalb der Gelenkfläche der Speiche gelegenen Fehlstellungen können operativ korrigiert werden. Die Frakturlinie wird wieder geöffnet und die ursprüngliche Form der Speiche wiederhergestellt.

Ist die Gelenkfläche selbst betroffen, ist dies nicht immer erfolgversprechend möglich. Ob eine Korrektur hier überhaupt möglich ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Die Speiche muss , meist im ursprünglichen Frakturverlauf, wieder getrennt werden. Zur Korrektur werden die Fragmente auseinandergezogen und in der korrigierten Stellung eingestellt. Dies wird mit einer Platte fixiert. Es resultiert eine Lücke zwischen den beiden Fragmenten. Diese wird mit Knochengewebe („Spongiosa“) aufgefüllt. Diese wird eigenen Beckenkamm entnommen und an der Speiche angelagert.

Gegenüber der Operation bei einem frischen Knochenbruch ist der Eingriff etwas größer, damit auch die unmittelbaren Operationsfolgen in den ersten Tagen.

Die Stabilität der Osteosynthese ist etwas geringer als nach der Osteosynthese einer frischen Fraktur. Das Handgelenk muss über eine Zeit von einigen Wochen in einer Schiene immobilisiert werden. Die Mobilisation des Handgelenks dauert damit länger, auch die Zeit bis zur vollständigen Beleastbarkeit.

Im Regelfall wir die Titanplatte nach etwa einem Jahr wieder entfernt.

Eine Wundheilungsstörung oder im schlimmsten Fall eine Infektion ist wie bei allen handchirurgischen Operationen selten.

Die Knochenbruchheilung dauert bei einer Korrektur mit Knochenübertragung länger als bei einem frischen Knochenbruch. ein verzögerte oder ausbleibende Knochenbruchheilung ist zwar insgesamt selten, jedoch auch häufiger als nach der Osteosynthese eines frischen Knochenbruchs.

War die Fraktur außerhalb des Gelenkfläche gelegen und der Gelenkknorpel primär nicht beschädigt, sollten keine Spätfolgen zu erwarten sein. Die Hand sollte prinzipiell vollständig belastbar werden können. Mit einer gewissen Bewegungseinschränkung muss auch bei technisch optimalem Ergebnis gerechnet werden.

Ganz anders ist, wenn die ursprüngliche Fraktur zu einer Fehlstellung der Gelenkfläche geführt hat. Hier sind fortschreitende Gelenkveränderungen zu erwarten.