19. April 2024

Fehlstellung nach Radiusfraktur – Häufig gestellte Fragen

Ein Speichenbruch neigt zur Ausbildung einer Fehlstellung, auch wenn die knöcherne Heilung unkompliziert war. Eine solche Fehlstellung kann zur Einschränkung der Unterarmdrehung und auch der Beweglichkeit des Handgelenks führen.

Nicht immer ist die Fehlstellung der Speiche die einzige Ursache der Beschwerden. Verschiedene Strukturen des Handgelenks könnten beschädigt sein. Man kann es durch weitere Untersuchungen abklären.

Außer dem Knochen können auch umgebende Strukturen beschädigt sein. Nicht immer muss eine Fehlstellung die Ursache der Beschwerden sein. an kann es herausfinden, manchmal sind dazu mehrere Untersuchungen wie Röntgen und Kernspintomografie notwendig.

Vorgeschichte, körperliche Untersuchung und Röntgenuntersuchung des Handgelenks können die Situation in vielen Fällen schon klären. Spezielle Fragen, besonders nach nicht knöchernen Veränderungen werden mit einer Kernspintomografie (MRT) beantwortet. Bei ganz besonderer Fragestellung ist ein Spieglung (Arthroskopie) hilfreich.

Stehen die Beschwerden ursächlich mit der Fehlstellung der Speiche zusammen, ist dies unwahrscheinlich. Die Situation wird sich dann mit der Zeit eher verschlechtern.

Die häufigste Fehlstellung besteht in der Kombination einer Achsfehlstellung und einer Verkürzung der Speiche. Eine Stellungskorrektur der Speiche mit Verlängerung und Plattenfixation kann die ursprüngliche Form wiederherstellen.

Besteht lediglich eine Verkürzung der Speiche, ist die alleinige Verkürzung der Elle das einfachere und typische Verfahren.

Bei komplexen Fehlstellungen mit Beteiligung der Gelenkfläche muss im Einzelfall geklärt werden, ob eine Korrektur sinnvoll und möglich ist.

Die Speiche wird im ursprünglichen Frakturverlauf getrennt. Länge und Achse werden in der korrekten Stellung eingestellt. Das Ganze wird mit einer Metallplatte fixiert. Dabei resultiert eine Knochenlücke zwischen den beiden Fragmenten. Diese wird mit körpereigenem Knochengewebe aufgefüllt. Diese wird vom eigenen Beckenkamm entnommen.

Gegenüber der Operation bei einem frischen Knochenbruch ist der Eingriff etwas größer, damit auch die unmittelbaren Operationsfolgen in den ersten Tagen. Die Stabilität der Osteosynthese ist etwas geringer als nach der Osteosynthese einer frischen Fraktur.

Das Handgelenk muss über eine Zeit von einigen Wochen in einer Schiene immobilisiert werden. Die Mobilisation des Handgelenks dauert damit länger, auch die Zeit bis zur vollständigen Belastbarkeit.

Im Regelfall wird die Titanplatte nach etwa einem Jahr wieder entfernt.

Eine Wundheilungsstörung oder im schlimmsten Fall eine Infektion ist wie bei allen handchirurgischen Operationen selten. Gleiches gilt für die Beschädigung von Nerven oder Sehnen im Frakturgebiet.

Die Knochenbruchheilung dauert bei einer Korrektur mit Knochenübertragung länger als bei einem frischen Knochenbruch.

Eine verzögerte oder ausbleibende Knochenbruchheilung ist zwar insgesamt selten, jedoch auch häufiger als nach der Osteosynthese eines frischen Knochenbruchs.

Es dauert länger als nach einem frischen Speichenbruch. Der eingesetzte Knochen muss einheilen. Erst dann kommt es allmählich zur mechanischen Belastbarkeit. Diese ist typischerweise nach ca. zwölf Wochen gegeben.

Büroarbeit sollte tendenziell früher möglich sein.

Die operative Korrektur der fehlverheilten Speiche kann die ursprünglichen Verhältnisse näherungsweise wiederherstellen. Dies ist insbesondere dann möglich, wenn der Bruch außerhalb des Gelenks gelegen war. Ein perfektes Behandlungsergebnis wie bei der Behandlung eines frischen Speichenbruchs kann meistens nicht realisiert werden.

Auch dies hängt stark vom Frakturtyp und dem erzielten Behandlungsergebnis ab. Zu den möglichen Dauerfolgen gehören eine Einschränkung der Unterarmdrehfähigkeit, eine eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks oder auch Schmerzen bei Bewegung und Belastung.