Mittelhandfraktur

PDF Download Häufige Fragen "Geschlossene" Osteosynthese 

Die Mittelhandknochen stellen die Verbindung zwischen der Handwurzel und den Fingern dar.

Nach der Fraktur ist der Handrücken geschwollen, der betroffene Mittelhandknochen imponiert „eingesunken“; er steht tiefer und ist verkürzt.

Eine Verletzung der Mittelhandknochen ist bei verschiedenen Unfallereignissen möglich. Ein direkter Anprall gegen die Mittelhand ist die häufigste Ursache. Er führt zu einer Fraktur unterhalb des Gelenkkopfes. Dieser verkippt sich nach zur Beugeseite in Richtung auf die Handfläche. Häufigste Ursache ist ein Faustschlag gegen eine festen Widerstand (So genannte Boxerfraktur).

Spiralig verlaufender Mittelhandbruch mit Drehfehlstellung. Osteosynthese mit Titan-Miniplättchen und -schrauben

Eine andere häufige Ursache ist das gewaltsame Überdrehen beim Halten eines Gegenstandes. Dies führt zu spiralig verlaufenden Frakturen im Schaftbereich. Dies bewirkt eine Verdrehung des betroffenen Fingers. Beim Beugen der Finger überschlägt sich der gebrochene mit dem benachbarten Finger.

Bei den Symptomen eines Mittelhandbruches stehen Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit im Vordergrund. Manche Brüche führen zu einer Verdrehung des Mittelhandknochens. Dies wird beim Versuch des Greifens erkannt. Der Finger überkreuzt sich beim Faustschluss mit einem Nachbarfinger.

Die Diagnose eines Mittelhandbruches kann in den allermeisten Fällen mit normalen Röntgenbildern gestellt werden. Nur bei besonderer Fragestellung sind Zusatzuntersuchungen wie eine Computertomografie erforderlich.

Mittelhandfrakturen haben generell eine gute Heilungstendenz. Die konservative Behandlung im Gipsverband für 4-6 Wochen führt in vielen Fällen zu einem guten funktionellen Ergebnis.

Links ein verschobener Bruch am Schaft des Mittelhandknochens am Kleinfinger, rechts nach Stabilisierung mit einem Metallstift (“intramedullärer Draht”)

Besteht eine funktionell wirksame Fehlstellung wie etwa durch Verkippung oder Verdrehung im Frakturbereich und kann diese nicht geschlossen korrigiert („eingerichtet“) werden, so ist eine operative Behandlung angezeigt. In vielen Fällen kann diese „minimalinvasiv“ durchgeführt werden. Über einen kleinen Schnitt wird ein Metallstift (so genannter intramedullärer Kirschnerdraht) unter Röntgensicht in den Knochen und über die Fraktur hinweg eingebohrt.

Die Stifte „Kirschner-Draht“) bestehen aus Osteosynthesestahl. Nach Frakturheilung werden sie wieder entfernt.

Die Heilungstendenz der Mittelhandfrakturen ist generell gut. Bei komplizieren Brüchen und solchen im Bereich des Gelenks zum Finger kann es durch Verklebungen der über den Knochen verlaufenden Strecksehne kommen. Nicht selten führt dies zumindest anfangs zu einer Einschränkung der Fingerbeugung. In Nachbehandlung achtet man darauf, besonders bei abgekippten Kopffrakturen. Durch angepasste Übungsbehandlung kann dies meistens verhindert werden.

Die Nachbehandlung ist abhängig vom Frakturtyp, der Behandlung und hier der mechanischen Stabilität der durchgeführten Osteosynthese. Bei konservativer Behandlung ist meist eine vierwöchige Schienenruhigstellung erforderlich. Nach einer Operation kann meist früher mit der Bewegungstherapie begonnen werden.

Die Prognose ist meist gut, möglich ist aber immer die Entstehung einer Bewegungseinstellung und in seltenen Fällen auch eine Fehlstellung des Fingers.

 Empfehlung

Bei Kopffrakturen der Mittelhand kann eine leichte Verkippung toleriert und („konservativ“) im Gipsverband behandelt werden.

Bei stärkerer Verkippung ist eine Aufrichtung und Fixierung notwendig. Nach Möglichkeit soll der Bruch nicht geöffnet, sondern indirekt mit einem Stift fixiert werden. Wenig verschobene Brüche sollen nichtoperativ.

Auch Schaftfrakturen heilen gut im Gipsverband. Besteht eine Drehfehlstellung, muss diese meist operativ korrigiert werden. Hier sind Schrauben und Plättchen notwendig.