Arthrose nach Kahnbeinfraktur

PDF Download Teilversteifung ("Mediokarpale Teilarthrodese") Handgelenksversteifung

Bleibt nach einer Fraktur des Kahnbeins die knöcherne Heilung aus, kommt es zur Abrundung der Bruchflächen. Diese Bruchflächen bleiben gegeneinander beweglich, es bildet sich ein so genanntes Falschgelenk (“Pseudarthrose“). 

Falschgelenk (“Pseudarthrose”) des
Kahnbeins bei nicht verheilter
Fraktur

Zunächst sind die Auswirkungen meist gering. Beschwerden im Handgelenk bestehen bei stärkerer Belastung; die Beweglichkeit kann vollständig erhalten sein. Ganz allmählich im Laufe von Jahren kommt es zum Abbau von Knochensubstanz zwischen den beiden ehemaligen Bruchflächen. Das Kahnbein verkürzt sich zunehmend. Als Folge verändert sich die Stellung der Gelenkflächen der Handwurzelknochen zueinander. Es entwicket sich eine Verkürzung der Handwurzel.

Mit der geänderten Druckbelastung der Gelenkflächen entsteht eine Fehlbelastung des Knorpels. Es kommt zum Abrieb der Knorpeloberfläche und damit zur Verschleißerkrankung des Handgelenks (“Arthrose”).

Die Arthrose beginnt im Bereich der Fraktur (Pseudarthrose) und geht im Lauf von Jahre auf die übrige Handwurzel über. Im Verlauf der Arthroseentwicklung kommt es ganz allmählich zu Handgelenksschmerzen; die Beweglichkeit nimmt mehr und mehr ab. Als zeitlicher Rahmen für die Arthroseentwicklung nach einem nicht verheilten Kahnbeinbruch wird eine Spanne zwischen 5 und 15 Jahren angenommen.

Ist eine Arthrose  bereits eingetreten, kann auch eine erfolgreiche Behandlung eines Falschgelenks mit knöcherner Ausheilung des Kahnbeins deren Verlauf nicht stoppen. Im Vordergrund der Behandlung stehen dann Maßnahmen zur Linderung arthrosebedingter Schmerzen.

Zu den operativen Möglichkeiten gehören:

Denervation Die Unterbrechung schmerzleitender Nervenfasern zum Handgelenk (so genannte Denervation). Diese führt zu einer individuell sehr unterschiedlichen Schmerzlinderung, die über einige Jahre anhält. Gefühl und Motorik werden nicht beeinflusst. Der Effekt einer solchen Denervation  ist individuell verschieden, erfahrungsgemäß bei etwa 2/3 der operierten Patienten vorhanden und hält für einige Jahre an.

Teilversteifung (Mediokarpale Teilarthrodese) Die Entfernung des erkrankten Kahnbeins und Teilversteifung der Handwurzel („Mediokarpale Teilarthrodese“). Mit der Entfernung des Kahnbeins wird der erkrankte Gelenkabschnitt beseitigt. Um die Form der Handwurzel zu erhalten, müssen die übrigen Handwurzelknochen miteinander verblockt werden. Die Beweglichkeit des Handgelenks wird hierdurch um die Hälfte gemindert (so genannte Teilversteifung).

Ist die Arthrose weit fortgeschritten ist zur Schmerzbeseitigung nur noch die definitive Versteifung des Handgelenks möglich. Mit einer Versteifung des Handgelenks erreicht man eine weitgehend schmerzfreie Stabilität. Heben und Senken im Handgelenk sind nicht mehr möglich, die Unterarmdrehung sowie die Bewegung von Daumen und Fingern ist nicht beeinträchtigt.

Empfehlung

Die Behandlung einer Arthrose des Handgelenks aufgrund einer Pseudarthrose des Kahnbeins kann lange hinausgezögert werden und ist nur bei relevanten Schmerzen angezeigt.

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