Ringbandspaltung

Operationsprinzip

Die Beugesehnen verlaufen in eine engen Kanal am Knochen, der durch mehrere Ringbänder verstärkt ist. Das erste Ringband wird vollständig durchtrennt.

Vor der Operation

Sie können normal frühstücken, Nüchternheit ist nicht erforderlich. Über eine eventuelle Blutverdünnung wurde vor der Operation mit dem Operateur gesprochen.

Betäubung

Eine örtliche Betäubung ist ausreichend. Die Injektion wird  am Handgelenk in der Nähe des Hautschnitts platziert. Vor Beginn des Eingriffs wird deren Wirkung überprüft, bei nicht ausreichender Wirkung wird nachbetäubt, bis Schmerzen ausgeschaltet sind. Die Betäubung hält ca. 2-4 Stunden an.

Blutleere

Zur Operation ist eine Blutleere notwendig. Hierzu wird eine Blutdruckmanschette am Oberarm angelegt und zur Operation mit einem Druck gefüllt, der oberhalb des arteriellen Blutdrucks liegt. Dies ist nicht angenehm, für die Dauer des Eingriffs von wenigen Minuten aber tolerierbar. Alternativ zur Drruckmanschette am Oberarm kann die Blutfreiheit im Operationsgebiet durch ein gefäßverengendes Mittel erzielt werden, das zusammen mit dem örtlichen Betäubungsmittel gespritzt wird.

Operationsablauf

Der Hautschnitt liegt über der tastbaren Sehnenverdickung in der Handfläche. Die Gewebeschichten unter der Haut werden getrennt, dann der Sehnengleitkanal mit dem Ringband bis zur Beugefalte des Fingers geöffnet. Gelegentlich liegt eine anatomische Variation mit gedoppelt angelegtem Ringband vor. In jedem Fall werden dann beide Anteile bis zum Beginn des zweiten Ringbands (und nicht weiter) durchtrennt. Liegt eine entzündlich veränderte Sehnenscheide vor, werden deren veränderte Anteile mit entfernt. Die Haut wird mit 2-3 Stichen genäht. Nach der Operation wird ein Verband angelegt.

Am Tag des Eingriffs

Man kann unmittelbar nach der Operation das Krankenhaus verlassen.

Am Operationstag sollte der Arm nicht unnötig herunter gelassen werden. Bewegung ist möglich, spezielle Übungen sind noch nicht erforderlich.

Stärkere Schmerzen sind nicht zu erwarten, wenige Schmerztabletten sind fast immer ausreichend.

In der Nacht des Operationstages kann etwas Blut in den Verband sickern. Dieser wird daher am ersten Tag nach dem Eingriff gewechselt, typischerweise gegen ein Pflaster, das die Wunde nach außen abschließt.

Nachbehandlung

Nach einer Ringbandspaltung kann der Finger gelegentlich anfangs nicht vollständig gestreckt werden. Ursache ist eine Schwellung der Sehnen und ihrer Sehnenscheiden. Nur das erste Ringband (A1) darf bei der Operation geöffnet werden. Schwellungsbedingt kann der verdickte Anteil der Sehnen durch das zweite Ringband die Streckung des Fingers in der ersten Zeit nach dem Eingriff behindern. Um dies zu verhindern, sind in den ersten Tagen Streckübungen notwendig.

Hierzu wird die Hand flach auf eine feste Unterlage gelegt. Mit dem Zeigefinger der gesunden Hand drückt man gegen die Fingerkuppe des operierten Fingers, um diesen ganz langsam soweit möglich auf den Untergrund zu bringen. Dies kann dabei einige Minuten dauern und sollte nicht stärker schmerzhaft sein. Hat man es geschafft, verharrt man in dieser Position für eine Minute. Dies sollte ca. 5-mal wiederholt werden, und das ganze Programm 3x täglich. Treten Probleme dabei auf, sollten Sie ihren Operateur kontaktieren.

Nach 10-12 Tagen werden die Fäden entfernt. Bis dahin sollte die Wunde trocken bleiben, beim Hantieren mit Wasser muss ein Gummihandschuh getragen werden. Wird das Pflaster nass, muss es gewechselt werden. Nach Entfernen der Fäden kann die Hand gewaschen werden.

Typischerweise kann die Hand nach 2-4 Wochen wieder belastet werden. Beschwerden im Narbenbereich nehmen graduell ab, können aber im Einzelfall einmal länger anhalten. In den meisten Fällen gehen sie allmählich im Laufe der Wochen nach dem Eingriff wieder  zurück. Typische Arbeitsunfähigkeitszeiten sind bei Büroarbeit 2 Wochen, bei manueller Tätigkeit 3-4 Wochen.

Komplikationen und Risiken

Narben nach handchirurgischen Operationen neigen in manchen Fällen zur schmerzhaften Verdickung. Helfen kann eine regelmäßige Hautpflege mit fetter Salbe, die unter kreisenden Bewegungen in die Hand einmassiert wird. Bei stärkerer Schwellung sind eventuell abschwellende Medikamente notwendig, dann ist ärztliche Hilfe angebracht.

Wundheilungsstörungen und Infektionen sind ausgesprochen selten, solange die Hand bis zum Fadenzug trocken gehalten wird. Hantieren Sie mit Wasser, sollten Sie einen Handschuh tragen.

Liegt auch eine Enge im Bereich des zweiten Ringbands vor, kann die vollständige Streckung des Fingers im Mittelgelenk nicht ganz vollständig sein. In den sehr seltenen Fällen kann dann die (oberflächliche) der beiden Beugesehen operativ reduziert werden.

Wurde der Kanal zu weit geöffnet, verbleibt eine Bewegungseinschränkung des Fingers.

Aussichten

Ein schmerzhaftes Schnappen wird durch den Eingriff beseitigt. Eine unvollständige Fingerstreckung kann bis zu einem gewissen Grad verbleiben.

Die Veranlagung liegt in allen Fingern. Regelhaft tritt es – teilweise nach Jahren – irgendwann auch in anderen Fingen auf. Vorbeugen kann man dies nicht.

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