Operation bei Dupuytren’scher Erkrankung

Die Haut wird im Verlauf der tastbaren Knoten und Stränge geöffnet. Die zwischen der Haut und den Sehnen entwickelten krankhaften Veränderungen werden unter Sicht des Auges und Zuhilfenahme einer Lupenbrille weitest möglich entfernt. Eine Schädigung nicht beteiligter Strukturen wird mit größter Mühe verhindert.

Vor der Operation

Bestehen Hautschäden durch die Dupuytren-Stränge, ist eine Behandlung vor dem Eingriff notwendig, um das Risiko einer Infektion zu vermeiden.

Betäubung

Eine Dupuytren-Operation braucht Zeit. Um das krankhafte Gewebe zu entfernen und gleichzeitig Nerven und Blutgefäße zu schonen, muss für den größten Teil der OP-Zeit mit einer Blutleere gearbeitet werden.  Hierzu ist eine Betäubung des Armes („Plexusanästhesie“) oder eine Vollnarkose notwendig.

Blutleere und Blutsperre

Zur Operation ist eine Blutfreiheit erforderlich. Hierzu wird wie bei anderen Handoperation der Arm mit einer Binde gewickelt und am Oberarm eine Stauungsmanschette angelegt. Der Druck bleibt bis zum Hautverschluss bestehen. Schäden im Gewebe sind nicht zu befürchten sofern die Dauer der Blutleere 2 Stunden nicht überschreitet. Dies ist beiden meisten handchirurgischen Eingriffen der Fall. Dauert die Operation länger wird die Blutleere zwischenzeitlich geöffnet.

Eingriff

Die Lage der Hautschnitte richtet sich nach der Ausbreitung des krankhaften Gewebes. Typischerweise reicht der Schnitt von der Handfläche bis zu den Beugeseiten der betroffenen Finger. Die Stränge werden millimeterweise von den Strukturen der Hand getrennt und schließlich entfernt.

Auch nach der Entfernung des Gewebes kann die Streckung des betroffenen Fingers noch behindert sei, verursacht durch eine Schrumpfung der Gelenkkapsel. Diese wird jetzt im Rahmen der Gelenklösung schrittweise geöffnet, bis die Streckung des Gelenks unbehindert ist.

Liegt jetzt eine vermehrte Spannung der Haut vor so dass ein direkter Verschluss nicht möglich ist, wird die Haut durch kleine Hautverschiebungen verlängert („Z-Plastik“). Reicht dies nicht aus, wird am Unterarm ein Hautstück entfernt und in die Hautlücke eingenäht. 

Besteht eine Hautverkürzung in der Handfläche, wird die wunde teilweise offengelassen und schließt sich in den nächsten Wochen spontan. Die Blutleere wird geöffnet und kleinere Blutungen im Wundgebiet gestillt.

In der Regel wird eine Drainage in die Wunde eingelegt, die mit einem Unterdruckgefäß verbunden wird. Die Drainage wird am folgenden Tag entfernt, nicht, ohne den Unterdruck vorher abgelassen zu haben, um unnötige Schmerzen während des Ziehens zu vermeiden.

Nachdem die Haut genäht ist, wird eine Schiene angelegt, die den operierten Finger in einer Streckstellung hält.

Nach der Operation

Regelhaft sickert in der ersten Nacht nach dem Eingriff etwas Blut in den Verband. Am ersten Tag nach der Operation wird die Schiene abgenommen und der Verband gewechselt. Liegt keine stärkere Blutung vor, wird die Drainage entfernt. Die notwendigen Zeitintervalle zu den nächsten Verbandwechseln werden jetzt festgelegt. Die Schiene bleibt einige Tage. Wurde Haut verpflanzt, kann dies auch einmal 1-2- Wochen bis zum Fäden ziehen dauern. Nach Dupuytren-Operationen kommt es regelhaft zu kleineren Wundheilungsstörungen und Schorfbildungen im Verlauf der genähten Wunde. Ursächlich hierfür ist eine gewisse Schädigung der Haut immer dort, wo Dupuytren-Stränge mit dieser fest verwachsen waren. Bei deren Entfernung müssen kleine, zur Haut führende Blutgefäße abgetrennt werden. Die Hautdurchblutung ist in diesen Bereichen anfangs herabgesetzt und erholt sich dann wieder in den Wochen nach dem Eingriff.

Die Fäden werden nach 10-12 Tagen entfernt, dann kann die Hand wieder gewaschen werden. Auch nach dem Entfernen der Fäden ist die Wunde meist noch nicht vollständig abgeheilt. Dies kann durchaus noch einmal zwei weitere Wochen in Anspruch nehmen.

Übungen

Finger, die durch Dupuytren-Stränge lange gekrümmt waren, neigen auch nach dem Eingriff wieder im gewissen Umfang zur Beugestellung, auch wenn das krankhafte Gewebe entfernt wurde. Ursächlich ist die Narbenbildung in der Operationswunde in den ersten Wochen. Hier muss intensiv dagegen gearbeitet werden, bis nach einigen Wochen diese Tendenz verschwindet.

Sofern keine Hautverpflanzung notwendig war, kann nach etwa einer Woche mit Streckübungen begonnen werde, wurde Haut übertragen, erst nach deren Einheilung nach 10-12 Tagen.

Zusätzlich zu den Eigenübungen ist professionelle Krankengymnastik immer dann notwendig, wenn die Streckung oder Beugung kurz nach Entfernen der Fäden nicht vollständig möglich sind.  


Hilfsmittelversorgung

Bereits nach Entfernen der Schiene kann nachts ein schienenverstärkter Handschuh getragen werden, der sie operierten Finger in einer möglichst gestreckten Position hält. Die Neigung zur Verkrümmung wird damit reduziert.  Reicht dies nicht aus, werden so genannte Quengelschienen verwendet. Typisches Beispiel ist ein so genannter 3-Punkt-Quengel, der zur Streckung des mittleren Fingergelenks verwendet wird.

Er wird jeweils zur vollen Stunde angelegt und anfangs 10 Minuten, dann nach Möglichkeit länger getragen. Eine Quengelbehandlung dauert einige Wochen. Ziel ist die vollständige Beuge oder meist Streckfähigkeit des operierten Fingers.

Narbenpflege

Narben nach handchirurgischen Operationen neigen in manchen Fällen zur schmerzhaften Verdickung, insbesondere dann, wenn die Operationsnarbe in der Handfläche gelegen ist. Mehr als bei jedem anderen Eingriff neigt die Narbe nach Dupuytren-Operation zur Verdickung und Verhärtung. Helfen kann eine regelmäßige Hautpflege mit fetter Salbe, die unter kreisenden Bewegungen in die Hand einmassiert wird.

Nur bei stärkerer Schwellung kommt ein Kompressionshandschuh zur Anwendung, der am besten nachts getragen wird. Er fördert den Rückgang der Schwellung und beschleunigt die Auflockerung der Operationsnarbe. Gelegentlich sind bei stärkerer Schwellung Medikamente notwendig, dann ist ärztliche Hilfe angebracht. Typischerweise kann die Hand nach 2-4 Wochen wieder belastet werde.

Aussichten

Bei adäquater Nachbehandlung sollte die Aufrichtung des Fingers die mit dem Eingriff erzielt wurde auch aufrechterhalten werden können.

Fast immer entwickelt sich eine Verdickung der Operationsnarbe. Diese bildet sich in den ersten Wochen nach dem Eingriff aus und lockert sich im Laufe des ersten Jahres wieder weitestgehend auf. Unangenehme Beschwerden im Narbenbereich nehmen graduell ab, können aber im Einzelfall über Monate anhalten. In den meisten Fällen gehen sie allmählich zurück. Typische Arbeitsunfähigkeitszeiten sind bei Büroarbeit 2 Wochen, bei manueller Tätigkeit 3-6 Wochen.