Dupuytren-Operation

 Operationsprinzip

Die Haut wird im Verlauf der tastbaren Knoten und Stränge geöffnet. Diese werden unter Sicht des Auges und Zuhilfenahme einer Lupenbrille weitest möglich entfernt. Eine Schädigung nicht beteiligter Strukturen wird mit größter Mühe verhindert.

Vor der Operation

Allgemeine Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen waren Gegenstand des Vorbereitungsgesprächs. Über das Verhalten vor der Operation wurde mit dem Anästhesisten gesprochen, speziell über Medikamente, Essen und Trinken am OP-Tag. Im Besonderen gilt dies für eine eventuelle Blutverdünnung und Allergien (Penicillinallergie).

Hautveränderungen im OP-Bereich und am zu operierenden Arm sollten dem Operateur bekannt sein. Dies gilt auch für bestehende Infektionen unabhängig von der aktuellen Erkrankung.

Betäubung

Eine Dupuytren-Operation braucht Zeit. Um das krankhafte Gewebe zu entfernen und gleichzeitig Nerven und Blutgefäße zu schonen, muss für den größten Teil der OP-Zeit mit einer Blutleere gearbeitet werden.  Hierzu ist eine Betäubung des Armes („Plexusanästhesie“) oder eine Vollnarkose notwendig.

Zur Operation ist eine Blutfreiheit im Operationsgebiet erforderlich. Hierzu wird wie bei anderen Handoperationen der Arm mit einer Binde gewickelt und am Oberarm eine Stauungsmanschette angelegt. Deren Druck übersteigt den arteriellen Blutdruck, das Blut kann nicht in das Operationsgebiet fließen.

Der Manschettendruck bleibt bis zum Hautverschluss bestehen. Schäden im Gewebe sind nicht zu befürchten sofern die Dauer der Blutleere 2 Stunden nicht überschreitet. Dies ist bei den meisten handchirurgischen Eingriffen der Fall. Dauert die Operation einmal länger, wird die Blutleere zwischenzeitlich geöffnet.

Eingriff

Die Lage der Hautschnitte richtet sich nach der Ausbreitung des krankhaften Gewebes. Typischerweise reicht der Schnitt von der Handfläche bis zu den Beugeseiten der betroffenen Finger. Die Stränge werden millimeterweise von den Strukturen der Hand getrennt und schließlich entfernt.

Auch nach der Entfernung des Gewebes kann die Streckung des betroffenen Fingers noch behindert sei, verursacht durch eine Schrumpfung der Gelenkkapsel. Diese wird jetzt im Rahmen der Gelenklösung schrittweise geöffnet, bis die Streckung des Gelenks unbehindert ist.

Liegt jetzt eine vermehrte Spannung der Haut vor so dass ein direkter Verschluss nicht möglich ist, wird die Haut durch kleine Hautverschiebungen verlängert („Z-Plastik“). Reicht dies nicht aus, wird am Unterarm ein Hautstück entfernt und in die Hautlücke eingenäht (transplantiert). 

Besteht eine Hautverkürzung in der Handinnenfläche, ist es möglich, die Wunde teilweise offen zu belassen. Sie schließt sich in den nächsten Wochen allmählich. Fehlende Haut wird vom Körper spontan nachgebildet. Deren Qualität ist besser als nach einer Hautverpflanzung.

In der Regel wird eine Drainage in die Wunde eingelegt, die mit einem Unterdruckgefäß verbunden wird. Die Drainage wird am folgenden Tag entfernt, nicht, ohne den Unterdruck vorher abgelassen zu haben, um unnötige Schmerzen während des Ziehens zu vermeiden.

Nachdem die Haut genäht ist, wird eine Schiene angelegt, die den operierten Finger in einer Streckstellung hält.

Nach der Operation

Regelhaft sickert in der ersten Nacht nach dem Eingriff etwas Blut in den Verband. Am ersten Tag nach der Operation wird die Schiene abgenommen und der Verband gewechselt. Liegt keine stärkere Blutung vor, wird die Drainage entfernt. Die notwendigen Zeitintervalle zu den nächsten Verbandwechseln werden jetzt festgelegt. Die Schiene bleibt einige Tage. Wurde Haut verpflanzt, kann dies auch einmal 1-2- Wochen bis zum Fäden ziehen dauern.

Nach Dupuytren-Operationen kommt es regelhaft zu kleineren Wundheilungsstörungen und  Schorfbildungen im Verlauf der genähten Wunde. Ursächlich hierfür ist eine gewisse Schädigung der Haut immer dort, wo Dupuytren-Stränge mit dieser fest verwachsen waren. Bei deren Entfernung müssen kleine, zur Haut führen Blutgefäße abgetrennt werden. Die Hautdurchblutung ist in diesen Bereichen anfangs herabgesetzt und erholt sich dann wieder in den Wochen nach dem Eingriff. Die Fäden werden nach 10-12 Tagen entfernt, dann kann die Hand wieder gewaschen werden.

Auch nach dem Entfernen der Fäden ist die Wunde meist noch nicht vollständig abgeheilt. Dies kann durchaus noch einmal  zwei weitere Wochen in Anspruch nehmen.

Übungen

Finger, die durch Dupuytren-Stränge lange gekrümmt waren, neigen auch nach dem Eingriff wieder im gewissen Umfang zur Beugestellung, auch wenn das krankhafte Gewebe entfernt wurde. Ursächlich ist die Narbenbildung in der Operationswunde in den ersten Wochen. Hier muss intensiv dagegen gearbeitet werden, bis nach einigen Wochen diese Tendenz verschwindet.

Sofern keine Hautverpflanzung notwendig war, kann nach etwa einer Woche mit Streckübungen begonnen werde, wurde Haut übertragen, erst nach deren Einheilung nach 10-12 Tagen.

Zusätzlich zu den Eigenübungen ist professionelle Krankengymnastik immer dann notwendig, wenn die Streckung oder Beugung kurz nach Entfernen der Fäden nicht vollständig möglich ist.  

Hilfsmittelversorgung

Bereits nach Entfernen der Schiene kann nachts ein schienenverstärkter Handschuh getragen werden, der die operierten Finger in einer möglichst gestreckten Position hält. Die Neigung zur Verkrümmung wird damit reduziert.  Reicht dies nicht aus, wird eine so genannte Quengelschiene verwendet. Typisches Beispiel ist ein so genannter 3-Punkt-Quengel, der zur Streckung des mittleren Fingergelenks verwendet wird.

Er wird jeweils zu vollen Stunde angelegt und anfangs 10 Minuten, dann nach Möglichkeit länger getragen. Eine Quengelbehandlung dauert einige Wochen. Ziel ist die vollständige Beuge oder meist Streckfähigkeit des operierten Fingers.

Narben

Narben nach Operationen an der Hand neigen zu einer Verdickung, insbesondere dann, wenn die Operationsnarbe in der Handfläche und an den Fingerbeugeseiten gelegen ist. Mehr als bei anderen Operationen sind die Narben nach Dupuytren-Operation betroffen.

Die Narbenentwicklung zeigt einen charakteristischen zeitlichen Verlauf. Narben entwickeln sich in den ersten Wochen nach dem Fädenziehen und verhärten sich allmählich. Nach unterschiedlicher Zeit kommt es zur allmählichen Lockerung . Der Prozess kann übe mehrere Monate andauern und ist in der Regel nach einem Jahr weitgehend abgeschlossen.

Verhindern kann am dies nicht. Helfen kann eine regelmäßige Hautpflege mit fetter Salbe, die unter kreisenden Bewegungen in die Hand einmassiert wird. Kommt es durch Narbenverkürzung zu einer neuerlichen Beugestellung, helfen Dehnungshandschuh und Quengelschiene.

Bei stärkerer Schwellung kommt ein Kompressionshandschuh zur Anwendung, der am  besten nachts getragen wird. Er fördert den Rückgang der Schwellung und beschleunigt die Auflockerung der Operationsnarbe.

Gelegentlich sind bei stärkerer Schwellung Medikamente notwendig, dann ist ärztliche Hilfe angebracht.

Typischerweise kann die Hand nach 2-4 Wochen wieder belastet werde. Unangenehme Beschwerden im Narbenbereich nehmen graduell ab, können aber im Einzelfall larger anhalten. In den meisten Fällen gehen sie allmählich zurück. Typische Arbeitsunfähigkeitszeiten sind bei Büroarbeit 2 Wochen, bei manueller Tätigkeit 3-6 Wochen.