15. Juli 2026

Dupuytren in der NDR-Visite

Wer die NDR-Viste am 16.6.2026 (->ARD Mediathek) gesehen hat, erinnert sich sich vielleicht an den Beitrag über die Dupuytren’sche Erkankung. Wie immer in der Viste, war das Thema sehr und anschaulich dargestellt und auch sehr gut verständlich.

Natürlich konnten natürlich nicht alle Facetten des Themas angesprochen werden. Neben der Darstellung der Erkrankung war das Kernthema – wann ist welche Therapie angezeigt? der eigentliche Mittelpunkt der Darstellung. Man ist natürlich geneigt, die Kriterien zur Entschidung für eine bestimmte Therapie möglicht auf wenige Parameter zu begrenzen. Dabei ist nicht einfach. In die Therapienentscheidung gehen neben der Ausprägug der Erkankung noch andere Faktoren ein. Dazu gehören Alter, Aktivität der Erkrankung, subjektive Beeinträchtigung sowie Vorgeschichte und Begleiterkrankungen.

Auch ausgeprochen sinnvoll war die Begrenzung auf die konservative Therapie durch Bestrahlung, minmalinvasive operative Therapie durch Nadelfasziozomie und operative Behandlung durch Entfernung der Stränge und die damit einzig nachgewiesen wirkamen Behandlungen.

Schade, dass nicht mehr Zeit war, die Entscheidungskriterien für eine bestimmtes Therapieverfahren und den richtigen Zeitpunkt hierfür herauszuarbeiten. Manches ist dabei relativ klar: Eine Bestrahlung mit Röntgenstrahlen verlangsamt die Krankheitsentwicklung im bestrahlten Gebiet, kann aber zu Schäden an der bestrahlten Haut auch nach langer zeitlicher Latenz führen. Minimalinvasiv durch Nadelfasziotomie geht nur, wenn die Veränderungen auf die Handfläche begrenzt sind und die Veränderungen nicht auf die Finger übergegangen sind. Die Veränderungen bleiben bestehen, mit einem Wiederauftreten der Verkümmung muss nach einem eher kürzeren Intervall gerechnet werden. Die Operation mit Entfernung der krankhaften Veränderungen hält in iherer Wirkung auf die Verkrümmungen länger an. Sie wird dann durchgeführt, wenn sich eine ausgeprägte Krümmung der Finger bereits entwickelt hat .

Klar ist: Keine Behandlung kann die Erkrankung heilen und ein Fortschreiten definitiv verhindern: Die Anlage ist jedoch in allen Fingers vorhanden. Auch ist klar: Nach einer Dupuxytrenoperation gibt es Narben, ein Operation kann zu Komplikationen führen. Und: Wiederholungsoperationen im operierten Gebiet sind deutlich komplikationsträchtiger als ein Ersteingriff.

Damit ist die Therapieentscheidung oft nicht eindeutig. Ein ganz induvidelles Vorgehen ist notwendig und soll durch einen mit der Krankheit speziell erfahrenen Arzt erfolgen, auch in Hinsicht auf die zu erwartende Entwicklung in der Zukunft.

Lassen Sie sich beraten!

An die Redakteure der Viste ganz herzlichen Glückwunsch zu der schönen Sendung!

Paul Preisser

Eigenfettbehandlung der Arthrose des Daumensattelgelenks

Das Daumensattelgelenk dient zur Gegenüberstellung des Daumens zu den Fingern und ist mechanisch besonders belastet. Eine Arthrose ist hier häufig und führt in unterschiedlichem Ausmaß zu Schmerzen bei Bewegung und Beanspruchung.

Eine wirksame Vorbeugung gegen die Entstehung ist nicht möglich, auch keine Heilung durch medizinische Therapie. Die Behandlung dient zur Behandlung arthrosebedingter Schmerzen. Anfangs können diese durch Injektionen in das Gelenk gelindert werden. Wirksame Substanzen sind Hyaluronsäure und Kortisonpräparate. Die Wirksamkeit ist durch Untersuchungen gut fundiert; sie ist vorübergehend und von ganz unterschiedlicher Dauer.

In jüngerer Zeit wurde eine entsprechende Wirksamkeit auch durch die Injektion von körpereigenem Fettgewebe in das Gelenk festgestellt. Dieses wird an anderer Stelle abgesaugt, homogenisiert und unmittelbar in das Gelenk eingespritzt. Die Wirksamkeit des Verfahrens wird durch die regenerative Kraft im Fettgewebe enthaltener sogenannter Stammzellen erklärt. Voraussetzung für die Anwendung der Methode ist ein frühes Arthrosestadium, bei dem noch Teile des Gelenkknorpels erhalten sind.

Nach jetzigem Kenntnisstand scheint so zu sein, dass die Wirkung im Regelfall etwas länger anhält als nach einer Kortisoninjektion.

Ob diese Behandlung angezeigt ist, muss individuell festgestellt werden.