Folgen nach Sehnenverletzungen

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Sehnen gehören zu den langsam wachsenden und heilenden („bradytrophen“) Geweben. Nach  einer Sehnennaht ist zunächst nur eine geringe Anfangsfestigkeit der genähten Sehne vorhanden. Diese nimmt dann im Verlauf von Wochen allmählich zu.

In diese Phase ist  Bewegung nur eingeschränkt möglich. Dabei kommt es während der Heilungszeit nicht nur zum Zusammenwachen der Sehnenenden, sondern auch zur Bildung von Verklebungen der Nahtstelle mit dem umgebenden Gewebe.

Dies kann durch eine zielgerichtete Übungsbehandlung teilweise vermieden werden. In manchen Situationen entstehen jedoch starke, funktionell wirksame Verwachsungen mit der Folge einer Einschränkung der Beweglichkeit des betroffenen Fingers. Als Folge entwickelt sich eine Bewegungseinschränkung der betroffenen Fingergelenke.

Eine gezielte Nachbehandlung soll dies verhindern. Die Bewegungstherapie so früh wie möglich und beginnt mit Vorsicht, um die genähten Enden nicht auseinanderzuziehen und wird dann  mit der Heilung der Sehne allmählich intensiviert.

Ist trotz aller Bemühungen eine Bewegungseinschränkung eingetreten, kann im Verlauf der ersten Monate noch mit einer spontanen Besserung gerechnet werden. Die Narben und auch innere Verklebungen können sich in gewissem Umfang lockern. In dieser Phase kommen neben der aktiven und passiven Bewegung bestimmte Dehnungsschiene zur Anwendung (Quengelschiene).

Nur wenn nach Abschluss der Narbenlockerung  die Beweglichkeit durch diese konservativen Maßnahmen nicht weiter verbessert werden kann, kommen operative Korrekturen in Betracht.

Zu den operativen Möglichkeiten gehören:

– Die Sehnenlösung (Tenolyse), die Lösung versteifter Gelenke (Arthrolyse)     

– Der Ersatz der Sehne und Sehnenscheide durch Sehnentransplantation

 
Tenolyse, Arthrolyse

Bei der Operation („Tenolyse“ = Sehnenlösung, „Arthrolyse“ = Gelenklösung) werden Verwachsungen im Gelenkbereich gelöst, Verklebungen der Sehnen getrennt.

Die Nachbehandlung nach einer Tenolyse unterscheidet sich wesentlich von der Nachbehandlung nach einer Sehnennaht. Sie besteht in einer mehrmals täglichen intensiven aktiven und passiven Beübung. Im Gegensatz zur Sehnennaht ist nach einer Sehnenlösung einer genähten Sehne die Festigkeit der Sehne vorhanden, so dass unmittelbar kraftvoll bewegt werden kann und auch muss.

Beugesehnentransplantation

Wenn eine durchtrennte Beugesehne nicht genäht oder sind die Verwachsungen nach einer Sehnennaht erheblich wird die Sehne entfernt. In manchen Fällen kann erst während der Operation entscheiden, ob eine Sehnenlösung möglich ist oder ein vollständiger Ersatz durch Transplantation notwendig ist. Bei einer Beugesehnenverletzung  wurde muss nicht nur die Sehne, sondern auch der Sehnengleitkanal wiederhergestellt werden. Die Sehne wird dabei durch eine andere Sehne komplett ersetzt.

Eine Sehnentransplantation wird 2-zeitig vorgenommen, sie erfordert zwei operative Eingriffe. In einem ersten Schritt wird die verwachsene Sehne komplett entfernt und durch einen Silikonstab ersetzt. Eventuell beschädige Ringbänder werden wiederhergestellt. In den Wochen nach dem Ersteingriff bildet der Körper eine Hülle um den Silikonstab („Silasticstab“), die dann als Gleitlager für die transplantierte Sehne fungiert. Im Anschluss an die Einlage des Silasticstabes erfolgt eine intensive Bewegungstherapie, bis der operierte Finger passiv frei beweglich ist. Bei der eigentlichen Transplantation wird eine entbehrliche Sehne vom Unterarm oder Unterschenkel entnommen und in den so neu geschaffenen Gleitkanal eingesetzt. Sie wird mit dem Sehnenstumpf am Unterarm vernäht und am Fingerknochen angeheftet.

Die Nachbehandlung nach einer Transplantation entspricht in weiten Zügen der nach einer direkten Sehnennaht. Da die erzielte Festigkeit ist auch hier zunächst deutlich geringer ist als nach einer Sehnenlösung.

Risiken und Komplikationen

– Nach einer Sehnenlösung oder Transplantation können erneut Verklebungen auftreten, die das Operationsergebnis zunichtemachen können.

– Eine gelöste oder transplantierte Sehne kann unter bestimmten Umständen reißen.