Sehnen

Die Sehnen stellen die Verbindung zwischen Muskulatur und Knochen dar. Sie übertragen die Kraft und bewegen damit die Gelenke in ihrem Verlauf. Am Finger unterscheidet man Beugesehnen und Strecksehnen.

Die Beugesehnen übertragen die Kraft der Unterarmmuskeln auf die Fingerend- und Mittelglieder und das Daumenendglied.

Jeder Finger verfügt über zwei lange Beugesehnen, von denen eine jeweils zum Mittelglied und eine zum Endglied reicht. Der Daumen besitzt nur eine zum Endglied führende lange Beugesehne.

Zur Beugung der Finger ist ein Gleitvorgang der Sehne im Gewebe notwendig. Dieser Gleitvorgang findet innerhalb der so genannten Sehnenscheiden statt. Neben dem Gleitvorgang vermitteln die Sehnenscheiden die für die Ernährung der Sehne notwendige Blutversorgung.

Beugesehnen und Sehnenscheide werden im Bereich der Finger durch eine straffe Faserhülle (Ringbänder) am Knochen geführt. Hier ist die Verletzungsgefahr bei einer Schnittverletzung groß, da die Sehnen nicht im Gewebe ausweichen können.

Die zu Daumen und Fingern verlaufenden Strecksehnen ähneln an Handgelenk und Handrücken in ihrer äußeren Beschaffenheit den Beugesehnen. Am Finger laufen sie in eine bandartig den Finger umgreifende Faserstruktur („Streckaponeurose“) aus.

Sie verlaufen bis zum Handrücken in einem lockeren Gleitgewebe, dass die Beweglichkeit gegenüber dem umgebenden Gewebe sichert. Bei Verletzungen und nachfolgender Sehnennaht ermöglicht dieses Gleitgewebe eine rasche Wiederherstellung der Gleitfähigkeit und Beweglichkeit.

Im Bereich der Finger verläuft die Strecksehne („Streckaponeurose“) unmittelbar benachbart zu Knochen und Gelenken. Die Anteile der Strecksehne führen gekoppelt zu den verschiedenen Gelenken des Fingers. Eine Verletzung in einem Abschnitt kann eine Fehlstellung der benachbarten Gelenke nach sich ziehen.

Beuge- und Stecksehnen können bei offenen Verletzungen beteiligt sein.   

Sehnenrisse kommen auch ohne Verletzung im Rahmen von entzündlichen Erkrankungen vor („Rheumatoide Arthritis“). Gelegentlich entsteht ein Sehnenriss durch Lockerungsvorgänge am Sehnenansatz, die Ursache ist hier nicht geklärt.  

Sehnengewebe ist langsam wachsend („bradytroph“). Entsprechend langsam ist auch die Heilung. Auch können sich im Lauf der lange dauernden Heilung Verwachsungen mit benachbarten Geweben ausbilden. Immer ist eine langwierige Nachbehandlung notwendig.