Kahnbeinpseudarthrose – Häufig gestellte Fragen

Handgelenksverletzungen können heimtückisch sein. Es ist möglich, dass ein Kahnbeinbruch vorliegt, der nicht verheilt ist. Es könnte sich auch um die Folge eines Bänderrisses oder eines Speichenbruchs handeln.

Die Beschwerden sollten daher abgeklärt werden auch in Hinsicht auf den Verlauf in weiterer Zukunft. Man sollte nicht zu lange warten damit.

Leider nein.

In manchen Fällen kann sich die Verletzung auf dem ersten Röntgenbildern der Diagnose entziehen Sofern keine Spezialuntersuchungen wie ein MRT durchgeführt oder weitere Aufnahmen im Verlauf angefertigt wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass doch ein Knochenbruch vorlag.

Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten.

Es kann sich auch um die Folge eines Bänderrisses oder eines Speichenbruchs handeln. Auch kann eine Arthrose des Handgelenks gänzlich anderer Ursache vorliegen. Grundsätzlich sollte auch dies durch eine ärztliche Untersuchung abgeklärt werden.

Sofern eine nicht verheilte Kahnbeinfraktur („Pseudarthrose“) vorliegt, kann In den meisten Fällen kann die Diagnose durch einfache Röntgenaufnahmen gestellt werden. Auch eine Arthrose des Handgelenks anderer Uasche sieht man im Röntgenbild.

Kann die Diagnose nicht gestellt werden, können weitere Untersuchungen wie eine Kernspintomografie (MRT)oder Computertomografie (CT) notwendig sein. 

Liegt die Verletzung schon Monate zurück, und hat sich nach dem Knochenbruch ein so genanntes Falschgelenk (Pseudarthrose) ausgebildet. Eine Heilung mit Zusammenwachsen der Knochenfragmente kann allein durch konservative Maßnahmen wie etwa eine Gipsruhigstellung nicht mehr erreicht werden.

Bei der Operation ist es notwendig, den entstandenen Spalt zwischen den Bruchstücken mit gesundem Knochen aufzufüllen. Zusätzlich ist eine Stabilisierung durch einen Kraftträger notwendig. Die technischen Alternativen bestehen in der Verwendung speziell entwickelter Doppelgewindeschrauben („Herbert-Schraube“) oder auch kleiner Metallstifte (Kirschner-Drähte). Auch für die Wahl des transplantierten Knochens existieren alternative Möglichkeiten. Welches das für Sie richtige Verfahren ist muss anhand der Bruchform und der Veränderung der Knochenstruktur individuell ausgewählt werden.

Ist bereits eine Arthrose des Handgelenks eingetreten, ist meist eine Wiederherstellung des Kahnbeins in der ursprünglichen Form nicht mehr möglich oder sinnvoll. Es kommen hier alternative Behandlungsverfahren der resultierenden Handgelenksarthrose in Betracht.

Die Operation ist nicht eilig. Der Kahnbeinbruch liegt schon lange zurück, die weitere Entwicklung zur Arthrose verläuft allmählich im Verlauf von Jahren.

Da die Aussicht auf eine erfolgreiche Wiederherstellung des Kahnbeins und die Verhinderung der Arthroseentwicklung ist zeitabhängig. Es sollte daher nicht unnötig weiter abgewartet werden.

Durch die Fehlbelastung kommt es zum Knorpelverlust. Es entwickelt sich eine Handgelenksarthrose. Der Verlauf vollzieht sich im Laufe mehrere Jahre. In funktioneller Sicht kommt es allmählich zu zunehmenden Belastungsschmerzen und Bewegungseinschränkung.

Das Handgelenk ist verbunden und geschient.

Die Finger können bewegt werden, der Daumen, soweit es die Schienung zulässt. Eine Hochlagerung mindert Schmerzen und führt zur schnelleren Abschwellung.

Die Heilungsdauer ist nach einer Pseudarthrosenoperation mit Knochentransplantation länger als nach der Operation eines frischen Kahnbeinbruchs. Faktoren, die deren Länge beeinflussen sind die Art und Lage der vorliegenden Pseudarthrose und auch das verwendete Operationsverfahren. Konnte eine Schraube eingesetzt werden, ist tendenziell eine frühere Freigabe zur Bewegung möglich.

Im Verlauf wird die Heilung mehrfach im Röntgenbild kontrolliert. Erst nach knöcherner Ausheilung kann das Handgelenk bewegt werden.

Wundheilungsstörungen, eine Infektion oder eine Beschädigung von Sehnen oder Nerven im Operationsgebiet sind selten.

Die häufigste Komplikation im Verlauf ist die fehlende knöcherne Ausheilung des Kahnbeins.

Die Heilungschancen nach der Versorgung einer Kahnbeinpseudarthrose sind ungünstiger als nach der Behandlung des frischen Knochenbruchs. Auch die Bruchform und der zeitliche Abstand seit der Verletzung sind wichtige Faktoren für die Ausheilungschancen.

Das Kahnbein soll vollständig verheilt sein bevor das Handgelenk wieder belastet wird. Nach der Operation eines Falschgelenks dauert dies länger als nach der Operation eines frischen Knochenbruchs. Im Regelfall muss auch bei optimaler Heilung einen Zeitraum von drei Monaten angenommen werden bevor eine volle Belastung wieder möglich ist.

Für Berufe, die eine stärkere Belastung des Handgelenks nicht erfordern oder bei denen eine Arbeitsaufnahme mit einer liegenden Schiene möglich ist kann die Arbeitsunfähigkeitszeit kürzer sein

Auch nachdem sich eine Pseudarthrose ausgebildet hat, kann das Kahnbein mit einer erfolgreichen Operation zur knöchernen Ausheilung gebracht werden. Die Heilungschancen sind dabei je nach vorliegender Fraktursituation sehr unterschiedlich.

Für die Funktion des Handgelenks ist es wichtig, dass zum Zeitpunkt der Operation noch keine Arthrose des Handgelenks vorlag. Nur dann ist auch mit einer vollständigen schmerzfreien Belastbarkeit zu rechnen.  Und auch nur dann kann die Ausbildung einer Arthrose in der Zukunft verhindert werden.

 

Regelhaft bleibt auch bei unkompliziertem Heilverlauf eine gewisse Bewegungseinschränkung des Handgelenks zurück.

Haben zum Zeitpunkt der Operation bereits Gelenksveränderungen im Sinne einer Arthrose bestanden, können diese trotz knöcherner Heilung des Kahnbeins langsam weiter fortschreiten.  

Heilt die Farktur nach eienr Operation nicht aus, besteht nach einem eventuellen Zweiteingriff noch eine Heilungschance.

Ein Jahr nach der Versorgung solle eine Spätkontrolle erfolgen. Ist das Kahnbein dann vollständig verheilt, sind geplante Kontrollen und Röntgenaufnahmen in der Zukunft nicht mehr erforderlich. Verändert sich die Situation und treten wieder Schmerzen am operierten Handgelenk auf, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt aufsuchen.