Kahnbeinfraktur – Häufig gestellte Fragen

Auch wenn Sie das Handgelenk bewegen können, ist ein Bruch oder ein Bänderschaden nicht auszuschließen. Handgelenksverletzungen können heimtückisch sein, nicht immer ist ein Knochenbruch an der Handwurzel offensichtlich zu erkennen. Gehen Sie zum Arzt. Der Orthopäde oder Chirurg untersucht die Hand und veranlasst alle nötigen Untersuchungen.

Ein Bruch des Kahnbeins oder ein Bänderriss in der Handwurzel ist auf den ersten Röntgenaufnahmen nicht immer gut zu sehen. Gehen sie nochmals zu Ihrem Orthopäden oder Chirurgen und schildern ihm Ihre Beschwerden. Er wird eine Kernspintomografie (MRT) oder ein Computertomogramm (CT) veranlassen um eine mögliche Verletzung zu erkennen oder auch ausschließen zu können.

Es kann auch ein Bänderriss in der Handwurzel sein. Bestimmte Bänderrisse und hier besonders der Riss der Verbindung zwischen Kahnbein und Mondbein (so genanntes scapho-lunäres Band, „SL-Band“) verursachen ganz ähnliche Beschwerden.

Auch bestimmte Knochenbrüche an Speiche oder anderen Handwurzelknochen können ganz ähnliche Erscheinungen verursachen.

Die meisten Kahnbeinbrüche können mit normalen Röntgenbildern sicher diagnostiziert werden. Ist die Fraktur hier klar zu sehen und kann eine eventuelle Fehlstellung ausreichend beurteilt werden, so sind keine weiteren Untersuchungen notwendig, um die richtige Therapieentscheidung fällen zu können.

In manchen Fällen, immer dann, wenn die Fragmente nicht verschoben sind, kann der Bruch auf den ersten Röntgenaufnahmen nicht zu sehen sein. In den ersten Tagen kommt es zu einer gewissen Lockerung im Bruchbereich; nach einem Intervall von 1-2 Wochen ist die Fraktur dann auch auf normalen Röntgenaufnahmen zu sehen.

Ein Kernspintomogramm (MRT) kann nicht nur die Kahnbeinfraktur, sondern auch andere krankhafte Veränderungen am Handgelenk wie einen Bänderriss oder einen nicht verschobenen Speichenbruch nachweisen. Mit einem Computertomogramm (CT) kann die Knochenstruktur besser abgebildet werden; es ist hilfreich bei der Therapieplanung und hier besonders bei der Entscheidung zur Operation. Gegenüber einem Kernspintomogramm (MRT) ist die bei einer Computertomografie relativ hohe Strahlendosis mit zu berücksichtigen.

Es hängt vom Frakturtyp ab.

Brüche im ersten Drittel des Kahnbeins heilen im Gipsverband schlecht und sollen operiert werden.

Brüche des mittleren Kahnbeindrittels heilen im Gipsverband, wenn sie unverschoben sind und die Ruhigstellung unmittelbar nach der Verletzung begonnen wurde. Die Heilungsdauer liegt hier zwischen 6 und 12 Wochen.

Brüche des letzten (handgelenksfernen) Drittels haben eine gute Heilungstendenz im Gipsverband und heilen meist in 6 Wochen.

Alle Frakturen, dei denen die Heilungsaussichten im Gipsverband eingeschränkt sind.

Das gilt, wenn anfangs nach der Verletzung der Bruch nicht erkannt und das Handgelenk nicht ruhiggestellt wurde.

Auch Brüche des ersten (handgelenksnahen) Drittels heilen nach einer Operation besser als im Gipsverband. Verschobene Brüche können im Gipsverband ausheilen, die Heilungsaussichten sind jedoch unsicher. Sind weitere Verletzungen vorhanden, wie ein Speichenbruch oder ein Bruch am Ellenbogen, sollte der Kahnbeinbruch operiert werden, um die Mobilisation des verletzten Arms zu beschleunigen.

Eine optimale Heilungschance besteht, wenn zeitnah, d.h. in den ersten Tagen nach der Verletzung operiert wird. Bei verzögerter Operation kann es zu Abbauprozessen im Frakturbereich kommen, die die Heilung behindern und eventuell weitere Maßnahmen wie eine Knochentransplantation erfordern.

Auch das hängst stark von Frakturtyp ab.

Manche Frakturen heilen auch ohne Operation – es dauert nur etwas länger und man muß länger einen Gipsverband tragen. Andere Frakturen heilen ohne Operation nicht oder in einer Fehlstellung.

Fragen Sie Ihren Arzt wie es konkret aussieht!

Jeder Eingriff hat mögliche Komplikationen.

Das angestrebte Ergebnis kann nicht mit absoluter Sicherheit erzielt werden. Im ungünstigsten Fall kommt es nicht zur angestrebten knöchernen Heilung.

Das Handgelenk ist verbunden und geschient. Die Finger können bewegt werden, der Daumen, soweit es die Schienung zulässt. Eine Hochlagerung mindert Schmerzen und führt zur schnelleren Abschwellung.

Die Ruhigstellung im Gipsverband ist zunächst bis zum Entfernen der Fäden notwendig.

Ob dann eine Mobilisierung möglich ist hängt vom Frakturtyp und der Versorgung ab. Im Verlauf wird die Heilung mehrfach im Röntgenbild kontrolliert. Nach vollständiger Beendigung der Schienenruhigstellung wird die Belastung allmählich gesteigert.

Wundheilungsstörungen oder eine Beschädigung von Sehnen oder Nerven im Operationsgebiet sind extrem selten.

Meist kann die Schraube in korrekter Lage eingesetzt werden. Gelegentlich kann die Schraube nicht ist der optimalen Position eingesetzt werden oder die angestrebte mechanische Stabilität wird nicht realisiert. Eine längere Ruhigstellung ist in diesen Fällen trotz der Operation notwendig. Im ungünstigsten Fall bleibt die Knochenbruchheilung aus und weitere Maßnahmen sind erforderlich.

Trotz sachgerechter Verschraubung kann auch nach einer Operation in seltenen Fällen die Knochenbruchheilung ausbleiben. Dies wird erst im Laufe der Wochen und Monate nach der Operation durch Röntgenkontrollen festgestellt.

Es hängt von der Fraktur, von der bei einer Operation erzielten Stabilität und auch Ihrem Beruf ab. Büroarbeit kann nach 2-4 Wochen wiederaufgenommen werden. Körperliche Arbeit und volle Belastbarkeit sind trotz Verschraubung erst nach ca. 2 Monaten möglich.

Joggen kann man nach dem Entfernen der Fäden, Schwimmen etwa mach 4 Wochen. Bis zur vollen Belastbarkeit des Handgelenks vergehen je nach Frakturtyp und Versorgung 2-3 Monate auch bei unkompliziertem Verlauf.

Wird der Bruch ohne zeitliche Verzögerung adäquat behandelt, ist eine vollständige Knochenheilung wahrscheinlich.

Auch nach vollständiger Knochenbruchheilung kann eine geringe Bewegungseinschränkung im Vergleich zum nicht verletzten Handgelenk zurückbleiben.

Eine geringgradige Bewegungseinschränkung ist auch nach unkompliziertem Heilverlauf möglich und typisch. Gravierende funktionelle Beeinträchtigungen entstehen dann, wenn eine knöcherne Heilung ausbleibt.

Eine Röntgenkontrolle ein Jahr nach der Operation bestätigt die eingetretene Heilung.

Nach unkompliziertem Heilverlauf ist die Entfernung einer korrekt platzierten Kahnbeinschraube ist nach heutiger Erkenntnis nicht notwendig.