Bänderriss am Handgelenk – Häufig gestellte Fragen



  • Ich bin auf die Hand gestürzt, seitdem schmerzt das Handgelenk beim Aufstützen. Was ist zu tun?

    Es kann sich um eine harmlose Verstauchung handeln. Es könnte jedoch auch ein Bänderriss sein oder ein Bruch eines Handwurzelknochens. Sie sollte die Beschwerden abklären lassen!
  • Welche Untersuchungen sind notwendig, damit die Diagnose gestellt werden kann?

    Nach der körperlichen Untersuchung durch den Arzt werden Röntgenaufnahmen angefertigt. Ergeben sich Hinweise dafür, dass ein Bänderriss vorliegt werden Aufnahmen der Gegenseite angefertigt. Röntgenaufnahmen und Belastung ergeben Hinweise darauf, ob eine Beweglichkeit zwischen den Handwurzelknochen vergrößert ist. Ist keine Klarheit vorhanden, wird ein Kernspintomogramm angefertigt. Zur Planung der Behandlung kann es dann notwendig sein, eine „Spiegelung“, d.h. eine Arthroskopie des Handgelenks durchzuführen.
  • Kann man konservativ, ohne Operation behandeln?

    Ist das Band gerissen, können die Enden „von selbst“ nicht mehr zusammenwachsen. Allerdings muss das Band nicht zwingend genäht werden - Nutzen und Risiken sind abzuwägen. Fragen Sie Ihren Arzt!
  • Welches Operationsverfahren ist das Richtige?

    Es hängt wesentlich vom Zeitinterwall zwischen Verletzung und Diagnosestellung ab. Bei einer frischen Ruptur werden die Bänder genäht, die Handwurzelknochen mit Stiften vorübergehend fixiert. Liegt die Verletzung Monate zurück, kann eine direkte Naht nicht mehr erfolgversprechend durchgeführt werden. Das Band wird dann durch Sehnenmaterial ersetzt werden.
  • Wann soll operiert werden und wie dringlich ist der Eingriff?

    Bei einer frischen Verletzung sollte zeitnah operiert werden, d.h. in den ersten Wochen. Liegen Monate zurück, kann man sich Zeit lassen.
  • Was kann passieren, wenn nicht operiert wird?

    Ganz allmählich, im Lauf von Jahren, führt die Fehlstellung der Handwurzelknochen zum Knorpelabrieb und mit zur Arthrose.
  • Gibt es Gründe gegen eine Operation?

    Der Erfolg der Operation ist unsicher. Oft heilen die genähten Bänder nicht vollständig zusammen. Auch ist operationsbedingt mit einer Bewegungseinschränkung des Handgelenks zu rechnen.
  • Was muss ich am Tag der Operation beachten?

    Über den Ablauf wurde in der Sprechstunde gesprochen. Die Operation findet in Narkose statt. Sie müssen am OP-Tag nüchtern sein.
  • Welche Komplikationen können vorkommen?

    Wundheilungsstörungen oder Infektionen sind bei Operationen am Handgelenk sehr selten. Heilt das genähte Band nicht, kann zu einem erneuten Auseinanderweichen der Handwurzelknochen kommen. Auch kann es zu einer Bewegungseinschränkung des Handgelenks als Folge der Operation kommen.
  • Was passiert nach der Operation und wie ist die Nachbehandlung?

    Die Hand ist verbunden und geschient. Die Handwurzelknochen sind mit Metallstiften („Kirschner-Drähte“) fixiert. Nach 2 Wochen werden die Fäden gezogen. Bis zur Entfernung der Stifte darf das Handgelenk nicht bewegt werden - die Stifte könnten in der Handwurzel brechen. Die Stifte werden nach 8 Wochen in örtlicher Betäubung entfernt. Nach dem Entfernen der Stifte wird eine Krankengymnastik begonnen. Bis zum Abschluss der Rehabilitation vergehen 3-6 Monate.
  • Wann kann ich wieder arbeiten oder Sport treiben?

    Joggen und Schwimmen kann man nach der Entfernung der Drähte nach 8 Wochen. Eine Vollbelastung des Handgelenks ist frühestens nach 3 Monaten erlaubt.
  • Gibt es eine vollständige Heilung?

    In den meisten Fällen nicht. Das genähte Band hat nicht die Stabilität wie vor der Verletzung. Eine Arthrose kann sich auch bei erfolgreicher Operation entwickeln.  
  • Mit welchen Dauerfolgen muss ich rechnen?

    Mit einer gewissen Bewegungseinschränkung muss immer gerechnet werden. Kommt es zur Arthrose, treten Jahre nach der Verletzung wieder vermehrt Beschwerden auf.
  • Was ist in der Zukunft zu beachten?

    Fragen sie Ihren Arzt, ob und wieweit das Handgelenk belastet werde kann. Treten nach einem Intervall erneut Schmerzen auf, soll die Ursache abgeklärt werden.