Ablauf der Seitenbandnaht am Daumengrundgelenk beim Skidaumen

Operationsprinzip

Das unmittelbar am Knochen abgerissene ellenseitige Seitenband am Daumengrundgelenk wird mit eienr Naht am Knochen fixiert. Hierzu wird der Faden mit einem kleinen Anker im Knochen fixiert.

Operationsgrund („Indikation“)

Ist das Seitenband vollständig abgerissen und zurückgeklappt ist eine Heilung ohne Operation nicht möglich.

Vor der Operation

Allgemeine Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen waren Gegenstand des Vorbereitungsgesprächs. Über das Verhalten vor der Operation wurde mit dem Anästhesisten gesprochen, speziell über Medikamente, Essen und Trinken am OP-Tag. Im Besonderen gilt dies für eine eventuelle Blutverdünnung und Allergien (Penicillinallergie).

Hautveränderungen im OP-Bereich und am zu operierenden Arm sollten dem Operateur bekannt sein. Dies gilt auch für bestehende Infektionen unabhängig von der aktuellen Erkrankung.

Betäubung

Eine nur örtliche Betäubung im Bereich des Operationsgebietes ist für den Eingriff nicht ausreichend. Für den Eingriff und die hierzu notwendige Blutleere ist eine vollständige Betäubung des Armes bis zur Schulter erforderlich. Erreicht wird dies mit einer Armbetäubung („Plexusanästhesie“) oder einer Vollnarkose.

Bei der Armbetäubung („Plexusanästhesie“) wird das Narkosemittel in die Achselhöhle in die Nähe der Armnerven eingespritzt. Die Lage der Kanüle wird dabei im Ultraschall kontrolliert. Man kann wach bleiben; die Risiken einer Vollnarkose werden vermieden. Eine solche „Plexusbetäubung“ kann mit einem Schlaf- oder Beruhigungsmittel (z.B. „Propofol®“) kombiniert werden, ohne dass dies mit einer vollständigen Narkose gleichkommt. Die Wirkungsdauer einer Armbetäubung ist stark vom verwendeten Mittel abhängig und kann bis zu 12 Stunden anhalten.

Immer ist auch alternativ eine Vollnarkose möglich.  

Blutleere

Zur Operation ist eine Blutfreiheit im Operationsgebiet („Blutleere“) erforderlich.

Eingriff

Die Haut über dem Grundgelenk wird geöffnet. Die zum Daumenendgelenk führende Stecksehne verläuft mit einem Anteil über dem gerissenen Seitenband. Sie wird längs aufgetrennt – und später wieder verschlossen.

Das Band selbst ist am Knochen abgerissen. In der Abrissstelle wird ein kleiner Metallanker eingesetzt der eine Naht trägt. Mit dieser Naht wird das Band am Knochen fixiert. Die Naht selbst ist nicht belastungsstabil. Sie sorgt dafür, dass der Bandstumpf sich nicht zurückziehen kann und an richtiger Stelle wieder anwächst.

Die Haut wird verschlossen, es wird eine Schiene angelegt die das Daumengrundgelenk schützt.

Am Tag des Eingriffs

Nach der ambulanten Operation kann man anschließend das Krankenhaus wieder verlassen. Sie sollten nicht selbst am Steuer sitzen! Die Verwendung öffentlicher Verkehrsmittel ist prinzipiell möglich.

Die Hand ist verbunden und geschient. Sie sollte am Operationstag nicht längere Zeit herunterhängen. Schmerzmittel wurden mitgegeben, die Dosierung mit dem Anästhesisten besprochen. Nicht erträgliche Schmerzen können Hinweis auf eine Komplikation sein wie z.B. eine Blutung. Manchmal ist auch ein zu enger Verband die Ursache.

Setzen Sie sich dann mit Ihrem Operateur in Verbindung!

Übungen

Bei der Seitenbandnaht wird die zu Daumenendgelenk führende Strecksehne aufgetrennt und wieder genäht. Die Beweglichkeit des Endgelenks ist daher nach der OP regelhaft etwas eingeschränkt. Man kann dies von Anfang an etwas beüben. Bewegung – in der Scharnierrichtung, strecken und beugen – ist erlaubt, solange sie nicht schmerzt.

Die Schiene bleibt für 6 Wochen erst danach können Grund-und Sattelgelenk wieder mobilisiert werden. Bis zur Belastbarkeit vergehen noch einmal gut 6 Wochen. Fragen Sie!

Aussichten und Ergebnis

In den meisten Fällen heilt das Band wieder an und der Daumen wird wieder stabil. Manchmal entstehen Verklebungen zwischen der Stecksehen und dem genähten Seitenband. Eine meist geringe Einschränkung der Beugefähigkeit des Daumenendgelenks ist in der Regel funktionell nicht relevant. Den Anker merkt man nach der Operation nicht mehr. Er besteht aus Titan-wie ein Zahnimplantat. Im Inneren des Knochens verlaufen keine schmerzleitenden Nerven.

In wenigen Fällen heilt das abgerissene Seitenband nicht vollständig am Knochen an. Dies kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Man merkt es erst nach der Behandlung: Beim festen Zugreifen knickt der Daumen im Grundgelenk nach außen. Nicht immer ist dies unmittelbar schmerzhaft. Ist es sehr ausgeprägt, kann es sinnvoll sein noch einmal eine Korrektur durchzuführen.

Fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie endgültig zum Alltag übergehen!

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