Fingergrundgliedfrakturen – Häufig gestellte Fragen



  • Mein Finger ist umgeknickt. Jetzt schmerzt er und lässt sich schlecht bewegen, was soll ich tun?

    Gehen Sie zum Arzt, am besten zum Chirurgen oder Orthopäden, wo Sie auch geröntgt werden können.

    Vielleicht ist er doch gebrochen. In diesem Fall soll die Behandlung zeitnah begonnen werden.

  • Welche Untersuchungen sind notwendig, damit die Diagnose eines Fingerbruchs gestellt werden kann?

    Bei der körperlichen Untersuchung wird eine eventuelle Fehlstellung des Fingers erkannt festgestellt. Ein Knochenbruch kann mit einer korrekt durchgeführten normalen Röntgenuntersuchung in den meisten Fällen die Diagnose sicher gestellt werden. Spezialuntersuchungen wie eine Kernspintomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) sind in den meisten Fällen dann nicht erforderlich.

  • Kann man konservativ, ohne Operation behandeln?

    Sehr viele Fingerbrüche können konservativ behandelt werden.  Besteht keine starke Fehlstellung und wenn die Haut geschlossen ist ist eine konservative Behandlung mit einer Schienenruhigstellung einfacher und vermeidet unnötige Komplikationen.

  • Wann muss operiert werden?

    Wenn beim Unfall die Haut bis zum Knochen geöffnet wurde, soll zur operiert werden. Auch eine erkennbare Fehlstellung, vom allem eine Verdrehung des Fingers kann ein Anlaß zur Operation sein. Auch eine Fehlstellung im Gelenk eine häufiger Grund.
  • Welches Operationsverfahren ist das Richtige?

    Dies kann nicht für jeden Bruch gleich beantwortet werden. Wenig verschobene Brüche werden sie mit einem Kirschner-Draht (Ein durch die Haut eingebohrter Metallstift) ohne Hautschnitt  fixiert. Komplizierte Brüche erfordern häufig eine Öffnung des Frakturbereichs und eine Fixierung mit kleinen Titanplättchen und Schrauben.
  • Wann soll operiert werden und wie dringlich ist der Eingriff?

    Bei einem offenen Bruch soll die Operation sollte zeitnah durchgeführt werden. Ein geschlossener, verschobener Bruch sollte innerhalb von wenigen Tagen gerichtet und geschient werden.

    Auch bei einem geschlossenen Bruch sollte die  Operation nach wenigen Tagen erfolgen Nach einigen Tagen können die Fragmente durch Bindegewebe fixiert sein, die Operation ist dann technisch schwieriger.

  • Was kann passieren, wenn nicht operiert wird?

    Eine eventuell bestehende Fehlstellung wird nicht korrigiert. Ist diese erheblich, bleiben Greifstörungen bestehen. Wird bei einem Gelenkbruch die Gelenkfläche nicht perfekt wiederhergestellt, kommt es in den folgenden Jahren allmählich zur Arthrose, d.h. zum Knorpelverschleiß mit Bewegungsschmerzen. Es hängt immer von der Art und dem Ausmaß der Fehlstellung ab. Fragen Sie Ihren Arzt!
  • Gibt es Gründe gegen eine Operation?

    Jede Operation kann Komplikationen haben. Infektionen und erhebliche Heilungsstörungen sind jedoch selten.

    Nach einer Operation kommt es leichter zu einer Bewegungseinschränkung  als nach einer  konservativen Behandlung. Diese betrifft meist das mittlere Gelenk, dessen Streckfähigkeit durch operationsbedingte Verklebungen der Strecksehne behindert sein kann.

  • Was muss ich nach der Operation beachten?

    Hand und Finger sind geschient. Die Hand sollte nicht länger herunterhängen und nicht mit Wasser  in Berührung kommen.

    Die nicht geschienten Finger können und sollten bewegt werden.

  • Welche Komplikationen können nach einer Operation eintreten?

    Frühe Komplikationen wie eine Heilungsstörung oder eine Infektion sind selten und kommen am ehesten bei offenen Brüchen vor.  Nicht immer kann die Fraktur perfekt eingerichtet werden; auch nach einer Operation kann eine gewisse Fehlstellung verbleibeben. Wird zu früh belastet können sich die fixierten Fragmente verschieben. Bei komplizierten Brüchen kann es zu einer Verzögerung und im schlimmsten Fall zum Ausbleiben der Knochenbruchheilung kommen.
  • Wie ist die Nachbehandlung?

    Hand und Finger werden in einer Schiene immobilisiert. Die Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen.

    Die Ruhigstellungszeit beträgt bei konservativer Behandlung und unkomplizierter Heilung 4-6 Wochen. Nach einer Operation hängt diese von der Stabilität der Osteosynthese ab. Übungen folgen nach Entfernung der Schiene. Besonders nach einer Operation ist es wichtig, hiermit früh zu beginnen um Verklebungen im Operationsgebiet zu vermeiden.

    Fragen Sie Ihren Arzt!

  • Wann kann ich wieder arbeiten oder Sport treiben?

    Es hängt davon ab, ob die Arbeit mit geschientem Finger aufgenommen werden kann. Falls nicht, können leichtere Arbeiten und das Schreiben am Computer kurz nach Beendigung der Ruhigstellungszeit begonnen werden.

    Eine Vollbelastung ist erst nach vollständiger Knochenbruchverheilung nach ca. 3 Monaten möglich.

  • Gibt es eine vollständige Heilung?

    In vielen Fällen ja.  Es hängt vom Bruchtyp, von der Art der operativen Versorgung, vom Heilverlauf und auch von der Nachbehandlung ab.
  • Können Dauerfolgen verbleiben?

    Nicht selten verbleibt  eine Bewegungseinschränkung des Fingermittelgelenks, meist als unvollständige Streckfähigkeit.

    Dies soll durch frühzeitige Krankengymnastik verhindert werden.

  • Muss das Osteosynthesematerial entfernt werden?

    Kirschner-Drähte bestehen aus Osteosynthesedraht. Hier besteht die Gefahr der Allergisierung. Auch können sie im Gewebe wandern, daher sollen sie entfernt werden. Kleine Schrauben oder Plättchen bestehen aus Titan. Sie können aus heutiger Sicht grundsätzlich belassen werden. Eine Entfernung ist anzuraten, falls eine Gewebereizung eintritt, gelegentlich auch einmal mit gleichzeitiger Sehnenlösung. Entschließt man sich zur Entfernung, sollte diese nicht länger als 2 Jahre hinausgezögert werden, da das Material in manchen Fällen nach mehreren Jahren schlecht gelöst und entfernt werden kann.  

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