Operationsablauf bei Versteifung („Arthrodese“) des Handgelenks

Operationsprinzip

Zur definitiven Versteifung des Handgelenks werden die kleinen Gelenke zwischen Speiche und den Handwurzelknochen entfernt und der Zwischenraum mit Knochengewebe aus dem Beckenkamm gefüllt. Eine Metallschiene fixiert die Handwurzel in der gewünschten Stellung.

Nach der Operation ist ein Heben und Senken im Handgelenks nicht mehr möglich. Daumen und Finger bleiben beweglich. Auch die Unterarmdrehung bleibt unbeeinträchtigt. In manchen Fälle, wenn die Drehung eingeschränkt war, kann sie nach der Versteifung des Handgelenks wieder besser sein.

Vor der Operation

Allgemeine Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen waren Gegenstand des Vorbereitungsgesprächs. Über das Verhalten vor der Operation wurde mit dem Anästhesisten gesprochen, speziell über Medikamente, Essen und Trinken am OP-Tag. Im Besonderen gilt dies für eine eventuelle Blutverdünnung und Allergien (Penicillinallergie).

Hautveränderungen im OP-Bereich und am zu operierenden Arm sollten dem Operateur bekannt sein. Dies gilt auch für bestehende Infektionen unabhängig von der aktuellen Erkrankung.

Vor jeder Versteifung soll man über die Stellung sprechen, in der das Handgelenk fixiert werden soll. Dies kann durchaus ganz unterschiedlich sein und hängt von den Erfordernissen ihres Alltags und einer eventuellen beruflichen Tätigkeit ab.

Auch ist es hilfreich, vor einer definitiven Versteifung eine Handgelenkschiene für einige Wochen zu tragen: Der Effekt einer Versteifung wird nachgeahmt. Beeinträchtigungen bei täglichen Abläufen können so vor der Operation simuliert besser abgeschätzt werden.

Betäubung

Eine Vollnarkose ist unumgänglich. Allein die notwendige Knochenentnahme aus dem Beckenkamm spricht gegen eine ausschließliche Armbetäubung.

Informationen zur Blutleere

Zur Operation ist eine Blutfreiheit im Operationsgebiet („Blutleere“) erforderlich.

Operationsablauf

Der Eingriff beginnt mit einer Knochenentnahme aus dem Beckenkamm. Hierzu wird ein kleiner Hautschnitt über dem tastbaren Beckenkamm angelegt. In die Knochenoberfläche wird eine kleine Öffnung („Deckel“) ausgemeißelt und Knochengewebe („Spongiosa“) vom inneren des Beckenkamms (Nicht: aus der Hüfte!) entnommen. Ein bleibender Schaden durch das hier fehlende Knochengewebe ist icht zu befürchten: Es wird wieder nachgebildet.

Jetzt wird am betroffenen Handgelenk die Haut über der Streckseite geöffnet, ebenso die Gelenkkapsel. Der Knorpel zwischen Speiche, Kahnbein, Mondbein und Kopfbein wird entfernt. Das Handgelenk wird mit einer kleinen Titanplatte fixiert, die an der Speiche und dem 3. Mittelhandknochen angeschraubt wird. Die Stellung wird überprüft und ein Röntgenbild wird angefertigt. Stimmt alles, kann der Zwischenraum jetzt mit dem Knochengewebe aus dem Beckenkamm aufgefüllt werden.

Nach der Operation

Sie bleiben im Krankenhaus. Nach einer Versteifung kommt es regelmäßig in den ersten Stunden und Tagen zu einer Schwellung, allein durch die Größe des Wundgebiets. Die Hand ist geschient, die Finger sind nicht eingeschlossen und beweglich.

Auf der Station erhalten Sie ausreichend Schmerzmittel.

Nach der Operation

Die Fäden werden nach 10 Tagen gezogen, eine Schiene für das Handgelenk wird für ca. 4 Wochen getragen. Daumen und Finger bleiben über die gesamte Zeit beweglich, auch die Drehung des Unterarms ist möglich. Dann kann langsam die Belastbarkeit gesteigert werden. Bis zur vollen Belastbarkeit vergehen etwa 3 Monate.

Übungen

Hat alles gut geklappt, könnend die Finger zügig bewegt werden. Eine Beübung des Handgelenks erübrigt sich bei einer Versteifung. Eine spezielle Krankengymnastik ist im Regelfall nicht notwendig.

Ausblick

Die verwendete Platte kann nach einem Jahr entfernt werden. In aller Regel ist der OP-Erfolg nachhaltig, bezogen auf das Handgelenk. Arthrosen in übrigen Gelenken der Hand sind naturgemäß nicht beeinflusst.