Operationsprinzip der Denervation des Handgelenks

Alle Gefühlsqualitäten werden durch Nervenfasern zum Gehirn geleitet. Jeder Nerv führt ganz verschiedene Fasern, die bestimmte Qualitäten vermitteln. Zur Körperperipherie hin teilt sich ein Nerv in verschiedene Äste. Einzelne Nervenäste leiten Schmerz und Temperatur, andere Gefühl und Motorik.

Bei der Denervationsoperation werden ausschließlich schmerzleitende Nervenäste zum Handgelenk operativ aufgesucht und unter Sicht des Auges durchtrennt. Nervenfasern, die das Gefühl vermitteln und die Motorik steuern bleiben dabei verschont, eine Gefühlsstörung oder – Minderung ist nicht zu befürchten.  Das oberflächliche Tastgefühl, besonders in den Fingerspitzen, bleibt ebenso unbeeinflusst wie die Beweglichkeit.

Nicht alle schmerzleitenden Nerven können isoliert adressiert und durchtrennt werden. Nach einer Denervation ist die Schmerzbefreiung auch nicht vollständig, sondern nur graduell im Sinne einer Linderung. Diese tritt bei ca. 2/3 der operierten Patienten einige Wochen nach der Operation ein und ist in Ihrer Ausprägung von Patient zu Patient unterschiedlich. Im Falle einer Besserung hält die Besserung für einige Jahre an, bis wieder erneut Handgelenksschmerzen auftreten.

Die Ursache für die Handgelenksarthrose wird bei der Denervationsoperation nicht beeinflusst; ebenso tritt keine Bewegungsstörung ein.

Eine Denervation ist ein kleinerer Eingriff, der in örtlicher Betäubung (Plexusanästhesie) ambulant durchgeführt wird. Die Operation findet im Unterhautgewebe statt, das Gelenk wird nicht geöffnet. Nach dem Eingriff wird für 10 Tage eine Schiene getragen. Frühestens 4 Wochen nach der OP stellt sich ganz allmählich eine Besserung der der vorbestehenden Schmerzsymptomatik ein.

Empfehlung

Eine Denervation kann in vielen Fällen arthrosebedingte Schmerzen über einige Jahre lindern. Funktionelle Beeinträchtigungen durch den Eingriff sind nicht zu befürchten. Ist man sich hierüber im Klaren, kann eine weitergehende Maßnahme wie eine Versteifung hinausgezögert werden. Auch muss man wissen, dass der Effekt manchmal unzureichend ist und auch nicht andauernd ist.