Behandlung der Radiusfraktur

konservativPDF Download Häufige Fragen

Operation

Ziel der Behandlung ist die knöcherne Heilung der Speiche in ihrer ursprünglichen Form der körperfernen Speiche und der beteiligten Strukturen des Handgelenkes und Ellen-Speichengelenks. Die Art der durchzuführenden Behandlung ist dabei sehr stark vom vorliegenden Bruchtypen abhängig. Sind die Fragmente unverschoben so ist eine einfache Immobilisierung in einer Schienenanordnung oder einem Gipsverband ausreichend. Sind die Fragmente verschoben kann es möglich sein, die Verschiebung durch ein geschlossenes Manöver („Reposition „) zu beseitigen. Ist dies durch ein geschlossenes Manöver nicht möglich so ist eine operative Öffnung des Bruches und Stabilisierung mit Metall notwendig.

  1. Die nichtoperative (“konservative”) Behandlung

Diese besteht in einer Ruhigstellung des Handgelenks in einem Gips- oder Kunststoffverband. Bei einfachen Brüchen ist diese Behandlung ausreichend. Verschobene Brüche müssen vorher eingerichtet (“reponiert”) werden. Dies wird im Röntgenbild kontrolliert. Ist das Ergebnis stabil so kann die Weiterbehandlung in einer Schiene oder einem Gipsverband weitergeführt werden. Häufige Röntgenkontrollen sind im Allgemeinen notwendig. Kommt es doch im Verlauf wieder zu einer Fragmentverschiebung kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

  1. Die operative Behandlung

Wenn eine zufriedenstellende Wiedereinrichtung der Fraktur und ausreichende Stabilisierung durch ein äußeres Manöver nicht gelingt so ist ein operativer Eingriff meist die bessere Lösung. Immer hängt es davon ab wie ausgeprägt und welcher Art der Fehlstellung vorliegt. Eine geringe Fehlstellung kann durchaus auch konservativ behandelt werden. Insbesondere eine Verschiebung von Gelenkfragmenten erfordert häufig ein primär operatives Vorgehen.

Bei der Operation wird die Fraktur geöffnet und unter Sicht des Auges und Kontrolle durch Röntgenaufnahmen eingerichtet („reponiert“). Die Stabilisierung erfolgt dann durch einen metallischen Kraftträger. Am häufigsten verwendet werden dabei kleine Titanplatten die mit Schrauben am Knochen befestigt werden.

Selten wird auch eine eine Stabilisierung mit anderen Verfahren durchgeführt. Zu erwähnen ist die Verwendung von kleinen Metallstiften („Kirschnerdrähte“) oder einer äußeren Klammer („Fixateur externe“).

Auch nach unkomplizierter knöcherner Heilung dauert es lange bis die Funktion der Hand wiederhergestellt ist. Abhängig ist  dies von der Schwere der Verletzung und der eingetretenen Gewebeschädigung. In der Regel dauert die Nachbehandlung über 3-4 Monate. Nicht selten bleibt eine wenn auch geringe Einschränkung der Unterarmdrehfähigkeit oder der Handgelenksbeweglichkeit zurück.

Mögliche Heilungskomplikationen

Vor allem nach konservativer Behandlung kann es trotz anfangs guter Stellung der Frakturfragmente im weiteren Verlauf zu einer neuerlichen Verschiebung und damit zu einer Verheilung in Fehlstellung kommen.

Der Riss der langen Daumenstrecksehne tritt als typische Komplikation der konservativen Therapie und selten einmal als Komplikation überstehender Osteosyntheseschrauben auf.

Typische, wenn auch seltene operationsbedingte Komplikationen sich eine Beschädigung von Sehnen und Nerven im Operationsgebiet.

In sehr seltenen Fällen kann sich eine starke Schwellung verbunden mit Schmerzen, eine glänzende Haut mit bläulicher (“livider”) Verfärbung, eine vermehrte Schweißneigung mit typischen Veränderungen im Röntgenbild entwickeln. Man spricht hier von einer Dystrophie der Hand (sogenannter Morbus Sudeck, „complex regional pain syndrome“, “CRPS“). In unterschiedlichem Schweregrad entwickeln sich Bewegungseinschränkungen von Handgelenk und auch Fingergelenken. Mit ausgesprochen langwierigem Krankheitsverlauf. Eine solche Dystrophie kann unabhängig von der Art der Behandlung (operativ oder konservativ) auftreten.

Ebenfalls schwellungsbedingt ist eine Funktionsstörung des Mittelnerven („N. medianus”) die durch eine Druckschädigung der Nerven in der Hohlhand („Karpaltunnelsyndrom”) bedingt ist.