Strecksehnenverletzungen

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Die zu Daumen und Fingern verlaufenden Strecksehnen ähneln an Handgelenk und Handrücken in ihrer äußeren Beschaffenheit den Beugesehnen.

Am Finger laufen sie in eine bandartig den Finger umgreifende Faserstruktur (“Streckaponeurose”) aus. Sie verlaufen bis zum Handrücken in einem lockeren Gleitgewebe, das die Beweglichkeit gegenüber dem umgebenden Gewebe sichert. Bei Verletzungen und nachfolgender Sehnennaht ermöglicht dieses Gleitgewebe eine rasche Wiederherstellung der Gleitfähigkeit und Beweglichkeit.

Im Bereich der Finger verläuft die Strecksehne (“Streckaponeurose“) unmittelbar benachbart zu Knochen und Gelenken. Bei Sehnenverletzungen oder auch bei Knochenbrüchen kann es  leicht zu Verwachsungen und Bewegungseinschränkungen der kleinen Fingergelenke kommen.  Die Folge kann eine Bewegungseinschränkung der kleinen Fingergelenke sein, die meist auch trotz aller Mühe durch nachfolgende Behandlung nicht mehr vollständig beseitigt werden kann.

Im Gegensatz zu den Beugesehnen verlaufen die Anteile der  Strecksehne  gekoppelt zu den verschiedenen Gelenken des Fingers. Eine Verletzung in einem Abschnitt kann eine Fehlstellung der benachbarten Gelenke nach sich ziehen.Für die Behandlung ist daher eine möglichst genaue Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse notwendig.

 

Die Strecksehnenverletzung am Handrücken gehört zu den häufigsten offenen Sehnenverletzungen, bedingt meist durch eine Schnittverletzung mit einem scharfen Gegenstand.

Da die Strecksehnen zu den Fingen untereinander durch Faserzügel verbunden sind (“Connexus intertendineus”) ist nach der Verletzung der Sehne eines Fingers noch eine gewisse Streckung möglich, der Finger “hängt” jedoch bei der aktiven Streckung im Grundgelenk im Vergleich zu den anderen Fingern etwa herunter.

Strecksehnenverletzungen am Finger führen zu einer Beugestellung des Fingers im folgenden Fingergelenk, eine vollständige Streckung des Fingers ist nicht mehr möglich.

Behandlung

Strecksehnenverletzungen am Handrücken können in aller Regel durch eine direkte Naht versorgt werden. Nach der Operation liegt die Hand für 3-4 Wochen auf einer beugeseitigen Schiene, bevor mit Bewegungsübungen begonnen wird.

In den meisten Fällen heilen die Sehnenenden ohne wesentliche Funktionsbeeinträchtigung, so dass die aktive Fingerstreckung im Grundgelenk erhalten wird.

Am Finger ist die Stecksehne dünn und flächenhaft ausgebildet (“Streckaponeurose”). Eine sichere Naht erfordert häufig die zusätzliche Fixierung des betroffenen Gelenks durch einen Drahtstift (“Kirschner-Draht”). Dieser wird nach erfolgter Verheilung wieder entfernt.

 

Risiken und Komplikationen

Wird nach der Sehnennaht der Finger zu früh belastet, kann es zum Riss der genähten Sehnen und damit zur unvollständigen Streckbarkeit der Fingergelenke kommen.

Im Gegensatz dazu können Verwachsungen der genähten Sehne zu den umgebenden Strukturen, insbesondere dem Knochen entstehen. Bewegungseinschränkungen sowohl für die Streckung als auch für die Beugung sind eine mögliche Folge.