Strecksehnenabriss

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Strecksehnenabriss am Endgelenk

Die zum Finger führenden Strecksehnen verlieren ab dem Fingergrundgelenk ihren Sehnencharakter und laufen bandförmig mit ihren flächenhaften Zügeln bis zum Fingerendgelenk.

Am Ansatz an der Basis des Fingerendglieds kann die Strecksehne auch ohne wesentliches Trauma abreißen, so beim Bettenmachen oder beim Anziehen der Hose. Eine degenerative Vorschädigung der Sehne wird hier zumindest als Teilursache angenommen. Es kommt es zur Beugestellung des Endgelenks, die umso ausgeprägter ist, je größer der Anteil der gerissenen Fasern ist. Aktiv kann das Gelenk nicht mehr vollständig gestreckt werden.

Im Gegensatz dazu kommt es bei einer traumatischen gewaltsamen Beugung des Endgelenks gegen Widerstand im Rahmen einer Verletzung zum Abriss der Sehne mit einem knöchernen Ansatzfragment aus der Basis des Endglieds. Dies führt zum gleichen Symptom des “herunterhängenden” Endgliedes.

Notwendige Untersuchung

Eine einfache Röntgenuntersuchung des Fingers in zwei Ebenen kann zwischen einem Riss der Sehne und einem knöchernen Ausriss unterscheiden.

Behandlung

Der Riss der Sehne kann mit einer einfachen Kunststoffschiene (“Stack’sche Schiene“) erfolgreich behandelt werden. Diese hält das Fingerendglied für eine Dauer von mindestens 8 Wochen, je nach Ausmaß der ursprünglichen Beugestellung, ununterbrochen in einer gestreckten Position. Zur Hautpflege kann die Schiene zwar kurzzeitig abgenommen werden; in dieser Zeit muss das Endgelenk in einer gestreckten Position abgestützt werden so das die Streckstellung lückenlos aufrechterhalten wird.

Nach 8 Wochen wird die Schiene zunächst anfangs ca. halbstündlich mehrfach tagsüber abgenommen und wird nachts noch weiter getragen. Es wird darauf geachtet, dass die aktive Streckung des Endgelenks vollständig immer möglich ist. Kommt es wieder zur einer auch nur geringen Beugestellung, so muss die Schiene unmittelbar wieder angelegt und getragen werden. Dies wird mehrmals täglich, später über zunehmende Zeitspannen wiederholt. Das ganz allmähliche “Abtrainieren” kann sich über einige Wochen hinziehen und ist für den Behandlungserfolg von entscheidender Bedeutung.

Eine Operation mit einer Naht der Sehne erfordert eine zusätzliche Drahtfixation des Endgelenks und ergibt meist schlechte Ergebnisse. Nach einer operativen Naht der abgerissenen Sehne muss eine verminderte Beuge- und auch Streckfähigkeit des Endgelenks befürchtet werden.

Risiken

Wird die Schiene nicht regelmäßig zur Hautpflege abgenommen, sind Hautschäden möglich.

Wird während der Hautpflege die Streckung nicht konsequent aufrechterhalten oder wird die Schiene zu früh ohne “abtrainieren” vollständig abgenommen, resultiert eine unvollständige Streckfähigkeit des Endgelenks.

Schlussfolgerung

Die Behandlung mit der Fingerschiene nach Stack ist nicht unkompliziert und erfordert viel Sorgfalt und Disziplin.