Beugesehnennaht

 

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Bei einer offenen Verletzung der Hand kann die Beugesehne des Fingers oder Daumens durchtrennt werden.

Bei der notwerndigen notfallmäßigen operativen Versorgung  können deren Enden durch eine direkte Naht wiedervereinigt werden. Voraussetzungen sind saubere Wundverhältnisse, die einen Verschluss der Verletzungswunde ermöglichen.  Auch sollte die Beugesehnennaht möglichst kurzzeitig nach der Verletzung durchgeführt werden. Wird eine Sehnendurchtrennung verspätet erkannt, kann in machen Fällen eine direkte Naht der Sehne  nicht mehr durchgeführt werden, es ist dann ein Sehnenersatz durch Transplantation notwendig.

Die Heilung einer genähten Beugesehne ist ein langwieriger Vorgang. Die Festigkeit der Beugesehne nach einer Naht ist anfangs sehr begrenzt. Die vollständige Festigkeit kommt nach einer Sehnennaht erst mit der Heilung im Laufe der ersten 3 Monate ganz allmählich zustande. Die geringste Festigkeit ist dabei nach a. 10 Tagen vorhanden. Bei unkompliziertem Heilverlauf nimmt sie dann allmählich zu. Erst nach ca. 3 Wochen kann erstmals vorsichtig aktiv gebeugt werden. Die Belastung kann nach der 6 Woche ganz allmählich gesteigert werden. Nach 3 Monaten sollte die ursprüngliche Festigkeit weitgehend erreicht sein.

Nachbehandlung nach Beugesehnennaht

Voraussetzung für den Erfolg einer Beugesehnennaht ist neben der mechanischen Festigkeit von Naht und geheilter Sehne ein unbehindertes Gleiten der Nahtstelle im Gewebe. Bei Beugesehnenverletzungen kann dieses durch narbige Verwachsungen der Nahtstelle und auch der Sehne selbst mit der Umgebung vollständig verhindert werden.

Um Verwachsungen zu verhindern, ist es notwendig, die genähte Sehne bereits von Anfang an im Gewebe zu bewegen. Da die Festigkeit der Naht anfangs jedoch begrenzt ist, muss diese Bewegung unter Entlastung erfolgen, wobei insbesondere die Muskelspannung für die Naht in den ersten Wochen gefährlich ist und während der Übungsbehandlung ausgeschaltet werden soll.

Eine Möglichkeit hierzu ist die Gummizügel-Verbandsanordnung (benannt nach dem Entwickler “Kleinert“).

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Schienenanordnung zur funktionellen Behandlung nach Beugesehnennaht

Die Sehne wird durch eine Beugestellung des Handgelenks und des Grundgelenks des betroffenen Fingers entlastet. Hierzu werden Handgelenk und Fingergrundgelenk mit einer äußeren, streckseitig angelegten Schiene in einer mittleren Beugestellung gehalten. Am Fingernagel wird ein Gummizügel befestigt, der Mittel- und Endgelenk des Fingers ebenfalls in eine Beugestellung führt, so dass die Muskelspannung weitgehend ausgeschaltet wird. Aus dieser Stellung heraus darf der Finger durch Muskelanspannung aktiv gestreckt werden, im günstigsten Fall bis zur vollständigen Streckung von Mittel- und Endgelenk.

Dies muss in jedem Fall durch den Krankengymnasten und/oder Arzt überwacht werden!

Nach 3 Wochen ist die Festigkeit der Sehne soweit vorhanden, so dass auch aktiv, d.h. durch selbständige Fingerbeugung bewegt werden darf. Die Schiene wird jetzt abgenommen, der Finger dann für weitere 2 Wochen  mit einem Gummizügel zum Handgelenk geführt und erst in der 6. Woche freigegeben.  Die Belastung kann dann langsam gesteigert werden.

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3-Punkt-Quengelschiene

 Ist es trotz aller Bemühungen zu einer Bewegungseinschränkung des Fingers gekommen, können frühestens nach 6 Wochen  die Gelenke durch vorsichtige passive
Dehnungsübungen mobilisiert werden. Frühestens zu diesem Zeitpunkt kann die  passive Beübung durch eine Quengelschiene unterstützt werden.

Eine eigentliche Belastbarkeit, die eine Beugung des Fingers gegen Widerstand ermöglicht, ohne dass es zum Riss der genähten Sehne kommt, ist erst 12 Wochen gegeben.

 

Risiken und Komplikationen

Wird zu früh belastet, kann die genähte Beugesehne reißen. Wird dies unmittelbar bemerkt, kann in günstiger Situation eine erneute Naht der genähten und gerissenen Sehne durchgeführt werden.

In einigen Fällen bleibt eine Bewegungseinschränkung zurück. Bedingt ist diese durch narbige Verklebungen im Verletzungs- und Nahtbereich.

Diese kann durch eine operative Maßnahme gebessert werden. Hierzu gehören:

  • Die Lösung von verklebten Sehnen und Gelenken
  • Der vollständige Ersatz  durch eine Sehnentransplantation

Beide Verfahren sind kompliziert und langwierig in der Nachbehandlung. Der Erfolg ist unsicher.

Fazit:

Nach einer Beugesehnendurchtrennung bietet eine zeitnahe Sehnennaht mit anschließender sorgfältiger und langdauernder  Nachbehandlung eine Aussicht auf ein gutes funktionelles Ergebnis.

Ist ein unbefriedigendes Ergebnis eingetreten, sollten eventuelle widerstellende operativer Maßnahmen erst nach einer Narbenlockerung, frühestens jedoch nach 6 Monaten durchgeführt werden.