Schnellender Finger

 

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Seite als PDF        Häufig gestellte Fragen

 

Die von den Unterarmmuskeln kommenden Sehnen verlaufen zusammen mit ihren Sehnenscheiden zu den Mittel- und Endgliedern der Finger oder zum Endglied des Daumens. An den Fingern werden die Sehnen zusammen mit ihren Sehnenscheiden in einem bindegewebigen Kanal eng am Knochen geführt. Dieser beginnt etwa in der Mitte der Hohlhand und reicht bis zu den Fingerendgelenken. Er wird an seinem Beginn in der Hohlhand und an bestimmten Stellen in seinem Verlauf durch straffe Faserzüge verstärkt (die sogenannten Ringbänder). Diese werden in ihrer Reihenfolge von A1 nach A5 und C1 bis C3 bezeichnet. Entsprechend einem Bowdenzug gewährleisten die Ringbänder bei der Fingerbeugung die Spannung der Sehne, die sich nicht vom Knochen abheben kann. Kommt es zu einer Beschädigung der ersten beiden Ringbänder im Rahmen einer Verletzung, kann der Finger nicht mehr bis zur Faust gebeugt werden.

ringband_02Regelhaft entwickelt im Laufe des Lebensalters zu einer Verdickung der Sehnen und Sehnenscheiden im unterschiedlichen Ausmaß. Entwickelt sich eine knotige  Verdickung der Sehne zwischen dem ersten (A1-Ringband) und dem zweiten (A2-Ringband), so  entsteht ein schmerzhaftes Schnappen bei der Bewegung des Fingers.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Kortisoninjektion in die Ringbandumgebung kann die Verdickung der Sehne vorübergehend bessern. Das Schnappen kann damit zunächst beseitigt werden. Meist entstehen die Veränderungen nach einigen Wochen erneut und die Symptome treten wieder in gleicher Form auf. Wiederholte Kortison-Injektionen können eine Beschädigung der Sehne und im schlimmsten Fall zu einem Riss der Sehne führen.

Ringbandspaltung

Die operative Behandlung besteht in der Durchtrennung (“Spaltung”) des ersten Ringbandes (“A1-Ringbandspaltung”). Das Schnappen wird zuverlässig beseitigt. Nur bei ausgeprägter Sehnenverdickung kann in seltenen Fällen ein angedeutetes Restschnappen zurückbleiben, das im weiteren Verlauf meist auch verschwindet.

Risiken und mögliche Komplikationen

In manchen Fällen kommt es nach der Operation zu einer Bewegungseinschränkung des Fingers.   Sie ist verursacht durch eine längerstreckige Verdickung der Sehne und einer relativen Enge beim Eintritt des verdickten Sehnenanteils  in das zweite (A2-Ringband) Ringband .  In diesen Fällen kann der Finger in den ersten Wochen nach der Operation nicht vollständig gestreckt werden. Diese Veränderungen bilden sich normalerweise in den ersten Wochen nach der Operation allmählich zurück. Die Entwicklung kann durch abschwellende Medikamente und gezielte Bewegungs und insbesondere Dehnungsübungen beschleunigt werden.