Radiuskorrektur

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Links: normales Handgelenk, seitlich abgebildet. Die Linie zeigt die normale Neigung der Speiche zur Beugeseite. Rechts: Abkippung der Speichengelenkfläche zur Streckseite nach fehlverheiltem Bruch.

Der fehlverheilte Speichenbruch

 

Bei einem handgelenksnahen Speichenbruch kann es zu einer erheblichen Verschiebung der Brauchenden kommen. Häufigste Fehlstellung ist die zur Streckseite hin gerichtete Abkippung, bedingt durch eine Einstauchung der Bruchenden. Wird diese durch die Behandlung nicht beseitigt, kommt es zur Ausheilung in einer Fehlstellung.

Mögliche Fehlstellung ach eien Speichenbruch sind:

  • Eine nach streckseitg gerichtete Verkippung der Gelenkfläche der Speiche
  • Eine relative Überlänger der Elle aufgrund der Einstauchung der Speichenfragmente
  • Eine Fehlstellung im Gelenk bei einer Fraktur, die in die Gelenkfläche hineinreicht.

 

Links ein unverletztes Handgelenk. Rechts eine geringe Fehlstellung nach Speichenbruch, die zu einer relativen Überlänger der Elle geführt hat
Links ein unverletztes Handgelenk. Rechts eine geringe Fehlstellung nach Speichenbruch, die zu einer relativen Überlänger der Elle geführt hat

 

Die Symptome sind verschieden in Abhängigkeit von Art und Umfang der Fehlstellung.

Möglich ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Handgelenks wobei in erster Linie die Beugefähigkeit gemindert ist. Ebenfalls häufig ist eine gestörte Unterarmdrehung mit Schmerzen bei bestimmten Drehbewegungen.

Behandlung

Wird eine relevante Fehlstellung festgestellt, die zu einen funktionellen Beeinträchtigung oder Beschwerden führt und ist der Zeitraum seit der Verletzung noch nicht zu groß, sollte eine Korrektur der Fehlstellung angestrebt werden. Generell ist eine frühe Korrektur anzustreben.

 

 

Eine Korrektur der Fehlstellung ist nur auf operativem Weg möglich.

Die Operation besteht aus drei Schritten:

  • Der Knochen wird im  Bereich der ehemaligen Frakturzone getrennt und die ursprüngliche Stellung möglichst wiederhergestellt.
  • Der resultierende Defekt  wird mit Knochengewebe von anderer Körperstelle gefüllt, vornehmlich vom vorderen Beckenkamm.
  • Eine am Knochen angeschraubte Metallplatte sichert das Ergebnis bis zur knöchernen Heilung.Links ein Handgelenk mit in Verkippung fehlverheiltem Speichenbruch in seitlicher Abbildung Rechts der gleiche Patient nach Stellungkorrektur, Osteosynthese mit beugeseitiger („winkelstabiler“) Osteosyntheseplatte.

Durch die Verwendung moderner  winkelstabiler Osteosyntheseplatten kann der Umfang der notwendigen Knochentransplantation stark begrenzt werden. Die Übertragung vom größeren Knochenspänen ist nicht mehr erforderlich.

Links ein Handgelenk mit in Verkippung fehlverheiltem Speichenbruch in seitlicher Abbildung
Rechts der gleiche Patient nach Stellungkorrektur, Osteosynthese mit beugeseitiger („winkelstabiler“) Osteosyntheseplatte.