Gipsverband

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Zur konservativen Behandlung eignen sich in erster Linie Brüche, die nicht oder nur wenig verschoben sind. Ist der Bruch verschoben, kann er zunächst eingerichtet (“reponiert”) werden. Hierzu ist eine Schmerzfreiheit notwendig. Diese wird durch eine örtliche Betäubung des Bruchspalts, eine Armbetäubung oder auch einmal eine Vollnarkose erreicht. Der Bruch kann dann weiter konservativ im Gipsverband behandelt werden, wenn die Einrichtung gelingt, und die Tendenz zur Verschiebung der Bruchstücke sehr klein ist.

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Wenig verschobener Speichenbruch, der konservativ behandelt werden kann

 

Die weitere konservative Behandlung besteht in einer Ruhigstellung des Handgelenks mit einem Gips- oder Kunststoffverband. Je nach Frakturtyp reicht dieser bis zum Unterarm oder bei komplexen Brüchen auch einmal bis zum Oberarm, um damit  die Unterarmdrehung zu verhindern.

In den ersten Tagen nach dem Bruch umschließt dieser das Handgelenk nicht vollständig, um bei einer Schwellung Druckschäden und Durchblutungsstörungen zu vermeiden. Nach Abschwellen nach ca. 5-7 Tagen wird ein zirkulärer Gips-oder Schienenverband angelegt. Daumen und Fingergelenke bleiben dabei frei.

Bei einfachen Brüchen ist diese Behandlung ausreichend. Häufige Röntgenkontrollen sind im Allgemeinen notwendig. In der Regel kann je nach Bruchform der Gipsverband nach 4-6 Wochen entfernt werden.

Vorteile

Das Operationstrauma und die Komplikationsmöglichkeiten operativer Verfahren werden vermieden. Es muss kein Material eingebracht werden; es besteht kein Risiko einer Wundheilungsstörung oder Infektion. Weitere Eingriffe zur Entfernung des Osteosynthesematerials sind nicht notwendig.

Nachteile und Risiken

Die Stabilität ist geringer als nach einer Osteosynthese. Auch ist eine Verschiebung der Fragmente im Gipsverband möglich. Es können Schädigungen der Haut und Nerven durch einen zu engen Gipsverband auftreten.

Empfehlung

Gering verschobene “stabile” Brüche sollen konservativ behandelt werden. Muss der Bruch eingerichtet werden, ist die Gefahr einer erneuten Verschiebung groß.