Behandlung der Radiusfratur

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Häufig gestellte Fragen

 

Ziel der Behandlung ist die knöcherne Heilung der Speiche in ihrer ursprünglichen Form zur Wiederherstellung der Funktion des Handgelenks. In Abhängigkeit vom Bruchtyp gibt es verschiedene mögliche Behandlungsmethoden:

 

1. Die nichtoperative (“konservative”) Behandlung

Diese besteht in einer Ruhigstellung des Handgelenks in einem Gips- oder Kunststoffverband.

Bei einfachen Brüchen ist diese Behandlung ausreichend. Verschobene Brüche müssen vorher eingerichtet (“reponiert”). Sie können dann weiter ohne Operation behandelt werden, wenn das Ergebnis im Gipsverband stabil bleibt. Häufige Röntgenkontrollen sind im Allgemeinen notwendig.

 

2. Die geschlossene Einrichtung und Fixierung mit Metallstiften („Kirschner-Drähte“)

Auch bei stark verschobenen frischen Brüchen ist häufig eine Einrichtung der Fragmente durch äußere Manipulation möglich. Gelegentlich gelingt es dann nicht, das Ergebnis allein mit einer äußeren Schiene zu stabilisieren. Dies kann mit kleinen Metallstiften erreicht werden, die durch die intakte Haut in den Knochen gebohrt werden und so die Stabilität verbessern. ie Stifte (“Kirschner-Drähte“) werden nach der Verheilung etwa nach sechs Wochen wieder entfernt.

 

3. Die geschlossene Einrichtung und Fixierung mit einem äußeren Festhalter (“Fixateur externe“)

Unter einem Fixateur externe versteht man eine äußere Montage, die mit Gewindeschrauben im Knochen fixiert wird. Auf diese Weise werden die Bruchstücke in der gewünschten Stellung festgehalten. Aufgrund der hohen Stabilität eignet sich die Methode auch für sehr stark instabile, aus vielen kleinen Fragmenten bestehende Frakturen.

 

4. Die offene Einrichtung und Fixierung mit einer Metallplatte

Kann die Fraktur nicht geschlossen eingerichtet werden, ist eine Operation mit Öffnung des Frakturbereichs notwendig. Die Bruchstücke werden durch direkte Manipulation unter Sicht des Auges eingerichtet. Zur Fixierung wird typischerweise eine kleine Metallplatte verwendet. Es kann  jedoch auch  eines der beschriebenen Verfahren (Drahtstifte oder Fixateur externe) oder auch eine Kombination verwendet werden.

Notwendig ist eine offene Operation bei den Bruchformen, bei denen eine geschlossene Einrichtung nicht mit der erforderlichen Genauigkeit gelingt, was vor allem bei Gelenkbrüchen vorkommt.

 

Risiken und mögliche Komplikationen

Unabhängig von der Art der Behandlung kann es anfangs zu einer starken Schwellung des Gewebes in der Umgebung des Handgelenks kommen.

Bei allen Verfahren kann es trotz anfangs guter Stellung der Frakturfragmente im weiteren Verlauf zu einer neuerlichen Verschiebung und daher zu einer Verheilung in Fehlstellung kommen. Am häufigsten wird dies bei konservativer Behandlung beobachtet.

Dagegen tritt der Riss der langen Daumenstrecksehne als typische Komplikation der konservativen Therapie auf.

Typische wenn auch seltene operationsbedingte Komplikationen sich eine Beschädigung von Sehnen und Nerven im Operationsgebiet.

 

In seltenen Fällen kann sich ein starke Schwellung verbunden mit Schmerzen, eine glänzende Haut mit bläulicher (“livider”) Verfärbung, eine vermehrte Schweißneigung sowie typische Veränderungen im Röntgenbild entwickeln. Man spricht hier von einer Dystrophie der Hand (sogenannter Morbus Sudeck, complex regional pain syndrome, “CRPS“), die eine schwerwiegende und langwierige Komplikation darstellt. Eine solche Dystrophie kann unabhängig von der Art der Behandlung (operativ oder konservativ) auftreten.

Ebenfalls  schwellungsbedingt ist eine Funktionsstörung des Mittelnerven (“N. medianus”) die durch eine Druckschädigung in der Hohlhand (“Karpaltunnelsyndrom”) bedingt ist.