Radiusfraktur

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Das handgelenksnahe Ende der Speiche (“Radius“, blau abgebildet) bildet die Gelenkfläche zur Handwurzel und damit einen wesentlichen Bestandteil des Handgelenks. Zusammen mit dem Ellenkopf bildet es die Gelenkflächen des Ellen-Speichengelenks, mit dem die Unterarmdrehung ermöglicht wird. Der Bruch der handgelenksnahen Speiche ist einer der häufigsten Knochenbrüche überhaupt. Bei dem Bruch kann es neben einer Verschiebung der Bruchstücke zu einem Zusammenschieben (“Einstauchung”) der Fragmente kommen. Neben einfachen Bruchformen sind auch komplizierte Brüche mit zahlreichen Bruchstücken und einer Schädigung von gelenkbildenden Knorpelflächen möglich.

Neben dem Knochen selbst können weitere Strukturen beschädigt sein:
  • Der Gelenkknorpel des Handgelenks
  • Die Gelenkflächen des Ellen-Speichengelenks (Radio-ulnargelenk) sowie die beteiligten Bänder und Knorpelanteile. Hierzu gehört eine zwischen Ellenkopf und Handwurzel befindliche Knorpelscheibe (“Diskus triangularis”)
  • Handwurzelknochen und die Handwurzel stabilisierende Bandverbindungen.
Weitere Folgen können sein:
  • Eine Änderung der Ausrichtung der Gelenkfläche der Speiche,
  • Eine Längendifferenz zwischen Elle und Speiche, eventuell verbunden mit einer Schädigung der Gelenkfläche des Ellen-Speichengelenks.

Begleitende Gefühlsstörungen an den Fingern können Folge eines begleitenden so genannten Karpaltunnelsyndroms (“KTS”)sein. Dieses kann durch die Fraktur ausgelöst werden oder ein vorbestehendes Karpaltunnelsyndrom wird verschlechtert.

Ein Speichenbruch wird in den meisten Fällen durch eine einfache Röntgenuntersuchung sicher festgestellt. Gelegentlich ist eine Computertomografie notwendig, um eine Fehlstellung der Gelenkfläche sicher beurteilen zu können.

Zur Behandlung der Radiusfraktur wurden unterschiedliche Verfahren entwickelt, die in Abhängigkeit der vorliegenden Situation angewendet werden. Hierzu gehören:

  • Die konservative (nichtoperative) Behandlung im Gipsverband
  • Die Fixierung mit Metallstiften (so genannten Kirschner-Drähten)
  • Die Fixierung mit einer Titanplatte oder
  • Eine Stabilisierung mit einer äußeren Montage (Fixateur externe)