Mondbeinnekrose

lunatum_02Seite als PDF zum Speichern und Drucken   –  Häufig gestellte Fragen

Das Mondbein (“Os lunatum“) bildet den zentralen Knochen der Handwurzel und damit des Handgelenks. Es ist großenteils von Gelenkflächen überzogen und ist an allen Bewegungen des Handgelenks beteiligt.

Bei einer Mondbeinnekrose (“Mondbeintod”, “Osteonekrose des Os lunatum”, “Lunatummalazie“, “Kienböck’sche Erkrankung”) handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Knochengewebes. Ihre Ursache ist unbekannt. Die normale Beanspruchung der Hand, auch nicht im Rahmen schwerer Arbeit, führt nicht zur Entstehung einer Mondbeinnekrose. Allenfalls bei bestimmten Belastungen mit maschinengetriebenem Arbeitsgerät  (Pressluftarbeit) wird ein Zusammenhang vermutet. Die Mondbeinnekrose verläuft über Jahre hinweg langsam zunehmend. Ihr  Verlauf kann in Stadien eingeteilt werden

MRT

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Im ersten Stadium zeigt das normale Röntgenbild noch keine Veränderungen. Die Mondeinnekrose kann nur im Kernspintomogramm (MRT, links im Bild, erkennbar an der Dunkelfärbung des erkrankten Knochens ) nachgewiesen werden.

 

verdichtetMit der weiteren Krankheitsentwicklung stirbt der Knochen ab. Radiologisches Zeichen im zweiten Stadium ist die Verdichtung  der Knochenstruktur, erkennbar links im nomalen Röntgenbild an der hellen Verfärbung des Mondbeins („Os lunatum“).

 

zusammenbruch

Mit dem weiteren Verlauf kommt es im dritten Stadium zum zum Zusammenbruch
des Knochens (Abbildung links). Die Gelenkflächen des Handgelenks verändern
sich durch die Lageänderung der Handwurzelknochen.

 

 

Kennzeichen  vierten Stadium ist die Arthrose des Handgelenks durch de Verlust des
Gelenkknorpels.

Die Symptome einer Mondbeinnekrose sind uncharakteristisch. Meist bestehen Handgelenksbeschwerden über einen längeren Zeitraum, die allmählich in der Intensität zunehmen.

Die körperliche Untersuchung zeigt anfangs nur wenige Veränderungen. Erst im späteren Verlauf entwickelt sich eine Bewegungseinschränkung des Handgelenks. Eine Röntgenuntersuchung zeigt die Veränderungen zuverlässig erst in fortgeschrittenen Stadien. Im Anfangsstadium kann eine Kernspintomografie (MRT) die Durchblutungsstörung nachweisen.Die Computertomografie  (CT) kann die Knochenfeinstruktur besser abbilden und wird daher meist vor einer operativen Behandlung durchgeführt. In manchen Fällen ist eine Spiegelung („Arthroskopie“) des Handgelenks angezeigt, um Veränderungen des Gelenkknorpels erkennen zu können.

Behandlung

Durch die Untersuchungen wird die Mondbeinnekrose entspechend ihrem Verlauf in definierte Stadien eingeteilt. Diese Stadieneinteilung bildet die Grundlage einer Therapieplanung und der Entscheidung für ein bestimmtes Verfahren.

 

Im ersten Stadium, immer dann, wenn die Veränderungen nur im Kernspintomogramm zu sehen sind,  kann eine Ruhigstellung im Unterarmgipsverband erfolgreich sein. Diese wird über 2-3 Monate in einem starren Schienenverband durchgeführt. Nach Abnahme der Schiene kann das Kernspintomogramm die Besserung bestätigen.

Im Stadium II kann in günstiger Situation die Entwicklung der Erkrankung aufgehalten werden. Sofern die Knochenstruktur noch nicht zusammengebrochen ist  kann das Mondbein in bestimmten Fällen durch Einsetzen eines gefäßgestielten Knochenspans aus der Speiche zur Ausheilung gebracht werden. Die Operation ist kompliziert, sie verlangt mikrochirurgische Techniken und eine besondere Erfahrung des Operateurs. Auch bei erfolgreichem Verlauf ist mit langen Ausheilungszeiten zu rechnen.

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Verkürzung der Speiche zur Druckentlastung des Mondbeins

Auch eine druckentlastende Operation (siehe unten) kann in diesem Stadium eine Besserung bewirken. Ab dem Stadium III sind die Aussichten auf eine vollständige Rückbildung schlecht. Einen positiven Einfluss auf die weitere Entwicklung und auch die Beschwerden haben Operationen, durch die der Druck auf das Mondbein verringert wird. Zwei mögliche Verfahren sind hierzu geeignet:

 

 

  • Die Verkürzung der Speiche und
  • die Verbindung der daumenseitigen Handwurzelknochen (So genannte STT-Arthrodese).

 

Verbindung der daumenseitigen Handwurzelknochen (“STT-Arthrodese”). Das Mondbein erfährt hierdurch eine Druckentlastung

Beide Operationen können die Beschwerden lindern und das Fortschreiten der Veränderungen am Mondbein verlangsamen. Allerdings kann der Erfolg bei beiden Verfahren nicht mit Sicherheit vorhegesagt werden.

 

 

 

 

Als weitere Möglichkeiten zur Schmerzlinderung kommen in Frage:

  • Die komplette Entfernung des Mondbeins und der benachbarten Handwurzelknochen sowie
  • die Unterbrechung ausschließlich schmerzleitender Nervenfasern zum Handgelenk. (so genannte Denervierung).

Das Schmerzempfinden wird hierdurch nicht vollständig beseitigt, so doch in den meisten Fällen deutlich gemindert. Das Gefühl an den Fingern wird nicht beeinträchtigt. Die Methode ist in allen Stadien entweder allein oder in Verbindung mit einer der oben beschriebenen operativen Maßnahmen wirksam.

Die Behandlung der Mondbeinnekrose im Stadium IV bei bereits eingetretener Handgelenskarthrose unterscheidet sich nur wenig von der Behandlung anderer Formen der Handgelenksarthrose.

Als Verfahren zur Schmerzlinderung kommen eine Denervierung der Handwurzel, eine definitive Versteifung („Arthrodese“) oder aber ein Handgelensersatz druch ein künstliches Handgelenk (Endoprothese) in Frage.

Empfehlung

Eine Heilung der Mondbeinnekrose ist nur in frühen Stadien möglich, entweder durch Ruhigstellung oder Einsetzen eines Knochenspans, selten auch einmal durch eine druckentlastende Operation.

In fortgeschrittenen Stadien können Schmerzen gelindert, die Veränderungen selbst nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Eine generelle Therapieempfehlung für alle Stadien der Mondbeinnekrose kann nicht gegeben werden.  Das Verfahren ist vom Stadium der Erkrankung, der Intensität der Beschwerden und den funktionellen Erfordernissen abhängig und wird individuell festgelegt.