Enchondrom

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Enchondrom im Kernspintomogramm (MRT) abgebildet, rechts und links verschiedene Untersuchungstechniken

Gut- und bösartige Gewebeneubildungen können prinzipiell von jedem Gewebe des Körpers, auch vom Knochengewebe ausgehen. Das so genannte Enchondrom ist der häufigste gutartige Knochentumor an der Hand.

Es handelt sich um einen innerhalb eines Handknochens entwickelten, weichen, vom Knorpel ausgehenden und aus knorpeligem Gewebe bestehenden Tumor, der ganz allmählich im Laufe von Jahren an Größe zunimmt. Dabei kommt es zu einem allmählichen Abbau von umgebendem gesunden Knochen; dessen Festigkeit nimmt ebenfalls in gleichem Umfang allmählich ab.

 

Ein Enchondrom ist gutartig. In ganz seltenen Fällen kann ein gutartiges Enchondrom mit einem bösartigen knorpeligen Tumor (“Chondrosarkom“) verwechselt werden-

Die Ursache der Entstehung eines Enchondroms ist, wie bei den weitaus meisten Gewebeneubildungen, unbekannt.

Symptome bestehen in der Anfangsphase nicht. Ganz allmählich im Laufe von Jahren nimmt die Festigkeit des Knochens ab. Dieser kann dann ohne adäquates Traume brechen: es kommt zu einer so genannten “pathologischen Fraktur”.

Bei der Untersuchung führt ein einfaches Röntgenbild in aller Regel zur Diagnose. Weitergehende Untersuchungen wie Kernspintomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) sind nur im Ausnahmefall notwendig.

Die Behandlung eines Enchondroms ist operativ: Der befallene Abschnitt des Knochens muss eröffnet, das krankhafte Gewebe vollständig entfernt werden.

Eine Fraktur eines mit einem Enchondrom befallenen Knochens hat ohne Operation eine ausgesprochen gute Heilungstendenz. Dagegen ist die gleichzeitige Entfernung des Enchondroms und operative Stabilisierung des Knochens technisch problematisch, da der Knochen sehr ausgedünnt ist. Besteht keine erhebliche Fehlstellung, so wartet man bei einer frischen Fraktur bei bestehendem Enchondrom mit der Entfernung des Enchondroms zunächst, bis die Fraktur fest verheilt ist.

Bei der definitiven Entfernung des Enchondroms wird dieses aus der Knochenhöhle ausgelöst. Es resultiert ein Knochendefekt entsprechend der Größe des Tumors. Dieser kann sich ganz allmählich von selbst wieder auffüllen. Eine schnellere Auffüllung und damit eine schnellere Belastbarkein des Knochens wird durch Übertragung von gesundem Knochen, meist aus dem Beckenkamm erreicht. Ob dies notwendig ist, richtet sich nach der Größe und der Nachbarschaft zu Gelenken und muss im Einzelfall geklärt werden.

Nicht immer kann ein Enchondrom ganz vollständig operativ entfernt werden. In manchen Fällen kann der Tumor am Ort erneut auftreten („Rezidiv“). Dies braucht im Regelfall mehrere Jahre. In selten seltenen Fällen kann ein Enchondrom mit einem bösartigen Tumor des Knochens verwechselt werden (so genanntes Chondrosarkom). In diesen Fällen kommt es rasch, innerhalb von Wochen oder Monaten zum erneuten Auftreten des Tumors im operierten Bereich. Grundsätzlich sollte daher auch nach einer erfolgreichen Operation nach einigen Monaten eine Röntgenkontrolle durchgeführt werden. Auch bei jeder erneuten Größenzunahme im operierten Bereich ist eine Nachkontrolle notwendig.