Skidaumen – Seitenbandriss am Daumengrundgelenk

 

gelenke_01Seite als PDF zum Speichern und Drucken     –    Häufig gestellte Fragen

Für die Beweglichkeit des Daumens gibt es drei Gelenke. Das handgelenksnahe Sattelgelenk (unten) ermöglicht das Abspreizen des Daumens und das Greifen mit den Fingern. Das Daumengrundgelenk (Mitte) wird beim Greifen hauptsächlich auf Stabilität beansprucht. Zur Stabilität tragen die kleinen Daumenmuskeln bei, außerdem die seitlich verlaufenden Bänder zwischen Mittelhandknochen und Daumengrundglied, die ein Wegkippen des Daumens bei Gegendruck verhindern. Insbesondere das innere ellenseitige (“ulnare”) Seitenband ist beim festen Zugreifen wichtig. Das Endgelenk (oben) spielt eine Rolle besonders bei der Feinmotorik.

 

Wird der Daumen gewaltsam zur Seite umgeknickt, so resultiert ein Riss des Seitenbandes mit einer seitlichen Instabilität, manchmal auch zusätzlich ein Riss der beugeseitigen Gelenkkapsel. (So genannter Skidaumen). Aufgrund der besonderen Anatomie des Daumengrundgelenks kann sich das Seitenband bei der Verletzung vollständig verlagern und liegt dann über der normalerweise darüber liegenden Strecksehne. Eine spontane Heilung ist in dieser Situation nicht mehr möglich.

Heilt diese Verletzung nicht aus, so ist eine dauerhafte Greifstörung die Folge: Beim festen Griff zwischen Zeigefinger und Daumen knickt dieser nach außen weg, so das ein sicheres Zufassen nicht mehr möglich ist. Auf lange Sicht kann es zu einer Fehlbelastung des Gelenks mit Knorpelschäden und damit zur Entwicklung einer Arthrose kommen.

Die Diagnose eines Seitenbandrisses  wird durch die körperliche Untersuchung gestellt. Charakteristisch ist die so genannte Aufklappbarkeit des Gelenkspalts: Der Daumen kann über das normale Maß hinaus nach außen weggeklappt werden. Hilfreich ist eine so genannte gehaltene Röntgenaufnahme, bei der der Daumen in der Verletzungsrichtung belastet wird. Hier kann der Grad der Instabilität bestimmt und dokumentiert werden. Klappt dieser aus dem Gelenk heraus und zwar mehr als der Daumen der unverletzte andere Daumen, so kann auf eine Bänderschädigung geschlossen werden. Hilfreich ist eine Kernspintomografie (MRT) oder auch eine Ultraschalluntersuchung, bei das Seitenband direkt abgebildet wird.

Die Behandlung richtet sich nach der Verletzungsschwere. Sind nur Anteile des Seitenbandes betroffen, kann der Riss ohne eine operative Naht ausheilen. In diesem Fall wird der Daumen  in einer Schiene für ca. 6 Wochen immobilisiert.

Bei einem vollständigen Riss sämtlicher Anteile des Seitenbands mit Instabilität und Verlagerung  sollte es durch einen operativen Eingriff wieder fixiert werden. Das meist direkt am Knochen abgerissene Seitenband wird mit einem kleinen Knochenanker wieder fixiert. Im Anschluss an die Operation wird der Daumen wie bei einer konservativen Behandlung  für ca. 6 Wochen in einer Schiene immobilisiert.

Bei fehlender oder unzureichender Behandlung bleibt eine Instabilität des Daumengrundgelenks bestehen. Hier ist eine direkte Naht des abgerissenen Bandes nicht mehr möglich. Als Bandersatz wird hier eine überzählige Sehne vom Unterarm transplantiert (Bandplastik).