Bänder und Gelenke

 

PIP2

Gelenke bestehen aus den knöchernen Gelenkflächen, die mit einer Knorpelschicht überzogenen sind. Gelenke sind mit einer Kapsel gegen das umgebende Gewebe abgeschlossen. Innerhalb der Kapsel reduziert ein feiner Flüssigkeitsfilm die Reibung bei der Bewegung. Dieser wird durch die Gelenkinnenhaut (“Synovialis”) gebildet. Der Bewegungsumfang der Gelenke wird durch Faserzüge (Bänder) begrenzt. Die meisten Fingergelenke erlauben nur eine Beugung und Streckung, während seitliche Bewegungen durch straffe Faserzüge begrenzt oder verhindert werden (Seitenbänder).

Eine Streckung über die Neutralstellung hinaus wird durch die knorpelverstärkte beugeseitige Kapsel verhindert. Bei einer gewaltsamen Bewegung über das erlaubte Bewegungsmaß kommt es zur Riss dieser Kapsel oder der seitlichen Faserzüge. Eine solche starke Gewalteinwirkung kann zur vollständigen Ausrenkung des Gelenkes kommen („Luxation“”).

Die unmittelbare Folge ist eine schmerzhafte Gelenkschwellung und eingeschränkte Beweglichkeit.  Mit dem Einsetzen von Heilungsvorgängen entstehen Vernarbungen in der Umgebung der gerissenen Band- und Kapselstrukturen.

 

Als Folge einer Kapselverletzung oder nach einer Luxation kann es sowohl zu einer seitlichen Instabilität als auch bedingt durch narbige Verwachsungen in der Umgebung des Gelenks zu einer Verkrümmung und Bewegungseinschränkung des Gelenks kommen.

Band und Kapselverletzungen werden durch die körperliche Untersuchung festgestellt. Eine Röntgenuntersuchung ist notwendig,  um knöcherne Mitverletzungen festzustellen. Bänder und Kapselstrukturen können durch eine Kernspintomografie (MRT) direkt abgebildet werden.

Die Behandlung ist je nach betroffenem Gelenk und Art der Schädigung ganz verschieden.  Eine Luxation muss ohne Zeitverlust eingerenkt werden. Der Finger wird anschließend zur Abschwellung immobilisiert.

Bei einigen Gelenken ist die spontane Heilungstendenz gut; hier wird das Entstehen einer Bewegungseinschränkung durch frühzeitige Bewegungsübungen verhindert. Bei anderen Gelenken ist eine längere Ruhigstellung bis zur Wiedererlangung einer Stabilität notwendig. In bestimmten Fällen müssen die Bandstümpfe durch einen operativen Eingriff wieder fixiert werden.

Die Heilungsdauer ist bei allen Band- oder Kapselverletzung lang. Bis zur vollständigen Ausheilung müssen mehrere Monate gerechnet werden.