Kahnbeinpseudarthrose

PDF Download Häufige Fragen Operation

Nach Fraktur des mittleren Kahnbeindrittels hat sich ein sogenanntes Falschgelenks (“Pseudarthrose”) entwickelt.

Kahnbeinfrakturen haben im Vergleich zu anderen Knochenbrüchen eine relativ schlechtere Heilungstendenz. Nicht immer kommt es zum Zusammenwachsen der Bruchfragmente.

Bei fehlender Ausheilung der Kahnbeinfraktur  bleiben die Bruchstücke gegeneinander beweglich, es kommt zur Bildung eines so genannten Falschgelenks (“Pseudarthrose“).

Eine fehlende knöcherne Ausheilung kann dabei verschiedene Ursachen haben:

– Der Kahnbeinbruch wurde nach der  Verletzung nicht unmittelbar erkannt, die Behandlung erst verzögert  begonnen

– Es handelt sich um einen ungünstigen  Frakturtyp (“proximales Fragment”)

– Die Behandlung wurde zu früh beendet

Gelegentlich bleibt auch nach korrekter Behandlung die knöcherne Heilung aus, ohne das eine Ursache ersichtlich ist. Die hierdurch verursachten Beschwerden sind zu Anfang nicht sehr ausgeprägt. Es kommt zu Handgelenksbeschwerden bei stärkerer Belastung; die Beweglichkeit ist anfangs nur wenig eingeschränkt. Erst im Laufe von Jahren entwickelt sich eine zunehmende Fehlstellung der Handwurzelknochen. Ein gesteigerter Knorpelabrieb ist die langfristige Folge, es bildet sich eine Verschleißerkrankung (Arthrose).  In unterschiedlichem Ausmaß und unterschiedlichem zeitlichen Verlauf entstehen Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Kraftminderung der betroffenen Hand.

Nur eine rechtzeitige erfolgreiche Behandlung kann die Entwicklung einer Arthrose verhindern oder zumindest deutlich verlangsamen. Durch eine Gipsruhigstellung allein kann eine knöcherne Heilung nicht erwartet werden, so daß eine Operation unvermeidlich ist.

Die operative Behandlung der Kahnbeinpseudarthrose besteht aus drei Schritten:

  • Die Entfernung des zwischen den Bruchstücken gelegenen Gewebes, die
  • Auffüllung der Knochenlücke durch Verpflanzung von körpereigenem Knochengewebe
  • Fixierung der Bruchstücke durch Verklemmen mit dem Knochentransplantat  und/oder einer zusätzliche Fixierung mit einer Schraube oder einem Kirschner- Draht.

Eine Gipsruhigstellung von unterschiedlicher Dauer ist nach der Operation erforderlich.

 

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Der Erfolg der Behandlung ist vom vorliegenden Frakturtyp abhängig; Heilungsraten zwischen 60% und 90% können angenommen werden. Im ungünstigsten Fall kommt es zur fehlenden knöchernen Ausheilung trotz Operation. In der Regel sind dann weitere Maßnahmen erforderlich.

Empfehlung:

  • Nur die knöcherne Ausheilung einer Kahnbeinfraktur kann die Entstehung einer Arthrose verhindern oder sie zumindest verlangsamen.
  • Sofern noch keine Arthrose des Handgelenks besteht, ist die operative Behandlung eines Kahnbein-Falschgelenks meistens angezeigt.
  • Mit längerem Zuwarten werden die Heilungsaussichten verschlechtert.