Arthrose an der Hand

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Als Arthrose bezeichnet man die durch den Verlust des Gelenkknorpels charakterisierte chronische Gelenkerkrankung. Ist die Knorpelfläche vollständig abgeschliffen, kommt es zum Reiben der Knochenflächen gegeneinander. Der Körper kann den Knorpel nicht nachbilden. Er bildet knöcherne Verdickungen, die bis zur Deformierung des betroffenen Gelenks führen können. Für die Funktion bedeutet der Knorpelverlust Schmerzen bei der Bewegung. Die Deformierung der Gelenkflächen führt zur Bewegungseinschränkung. Eine Arthrose kann ganz versciedene Ursachen haben.

Veranlagung (“Polyarthrose”)

In den meisten Fällen entwickelt sich eine Arthrose an der Hand ohne eine spezielle und bekannte Ursache. Betroffen sein können alle Gelenke an der Hand, meist in unterschiedlicher Ausprägung. Häufig betroffen sind das Daumensattelgelenk, die Mittel- und Endgelenke der Finger, oder auch das Handgelenk. Die Entwicklung verläuft in Schüben und kann durch Medikamente oder physikalische Maßnahmen nicht entscheidend verändert werden. In vielen Fällen liegt eine erbliche Veranlagung zur Arthroseentstehung vor.

Verletzungsfolgen

In Fehlstellung verheilte Knochenbrüche können direkt zu einer Fehlbelastung des Knorpels und damit zu einem verstärkten Abbau in bestimmten Bereichen führen. Bei Gelenkbrüchen kommt die direkte Schädigung des Knorpels bei der Verletzung als schädigendes Moment hinzu. Auch nach Gelenkverletzungen mit Bänderrissen kann es zu einer Instabilität und zur Fehlbelastung von bestimmten Knorpelabschnitten kommen. Ähnlich wie nach fehlverheilten Frakturen entwickelt sich in der Folge ein verstärkter Knorpelabbau und damit die Arthrose.

Stoffwechselerkrankungen

Manche Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel eine Gicht führen zur Ablagerung in betroffenen Gelenke und damit zur Arthrose. Am häufigsten betroffen sind Gelenke am Fuß. An den Händen kann jedes Gelenk betroffen sein. Auch sind Ablagerungen im Gewebe oder entzündliche Veränderungen an den Sehnenscheiden möglich.

 Nichtinfektiöse entzündliche Knochenerkrankungen: Rheumatoide Arthritis („Rheuma“, „PCP“)

Bei den rheumatischen Erkrankungen kommt es zu einem Abbau der Korpelsubstanz durch die Entzündung der Gelenkinnenhaut, die das eigene Gewebe angreift und abbaut. Eine Sonderform entzündlicher Gelenkerkrankungen findet man bei der Schuppenflechte (“Psoriasis”) die mit einer Beteiligung der Gelenke der Hand einhergeht.

 Infektiöse (bakterielle) Gelenkerkrankungen

In sehr seltenen Fällen können Bakterien bei offenen Verletzungen oder auch nach Operationen in den Gelenkinnenraum gelangen und hier direkt das Knorpel- und Knochengewebe angreifen.

 Überbeanspruchung

Eine echte mechanische Überbeanspruchung als Arthroseursache ist selten. Eine solche liegt nach lang dauerndem Gebrauch maschinengetriebener Werkzeuge (z. B. Presslufthammer) oder als Folge von niedrig-frequenten Vibrationen vor. Die Schädigung muss hier über Jahre hinweg auf die Hand einwirken; besonders ist davon das Handgelenk betroffen.